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Leserbrief

Jeder humanitäre Gedanke bleibt auf der Strecke

Jeder humanitäre Gedanke bleibt auf der Strecke Weniger Hürden für Waffenexporte, Ausgabe vom 15. Juni Gott Mammon reibt sich zufrieden die Hände. Wir haben es gehört und gelesen: Die Waffenexporte werden erleichtert, Privatspitäler bessergestellt, (damit die Reichen an unsern Krankheiten verdienen können, indem sie den Kliniken ihr Geld geben, um saftige Dividenden einzuheimsen). Für das Wohl der Wirtschaft wird zurzeit bei uns gesorgt, und wie! Gott Mammon reibt sich zufrieden die Hände.

Die Wirtschaft muss wachsen, sagt die Wirtschaft. Bitte an jene, die dies glauben: Essen und trinken Sie doppelt so viel, reisen sie häufiger, wenn möglich mit dem Flugzeug oder mit dem Kreuzdampfer, lassen Sie so oft wie möglich heisses Wasser laufen – es gibt noch viele Möglichkeiten, die Wirtschaft zu fördern. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf! Ich als Mitglied einer Partei, welche sich die Umwelt und das Wohl der Schwächeren auf die Fahne schreibt, bin empört über die Ausweitung der Waffenexporte. Ich bin empört, dass Privatspitäler bessergestellt werden sollen.

Ich bin sehr empört. Wer meine Meinung und meine Gefühle teilt, bewahre dies in seinem Herzen bis zu den nächsten National- und Kantonswahlen und zeige dann, was sie von dieser Praxis hält.

Catherine Lieberherr, Wattwil


Die Schweiz gibt sich dem Kriegs- und Aufrüstungsfieber hin und erlaubt den Export von Kriegsmaterial in Konfliktgebiete. Die Schweiz lässt mit diesem Schritt einen weiteren Teil ihrer ursprünglichen Neutralitätspolitik hinter sich – viel ist mittlerweile nicht mehr davon übrig! Es erstaunt doch, dass vor allem Mitte-Rechts-Parteien dies möglich machen, posaunen sie doch stets heraus, das Flüchtlingsproblem müsse an der Quelle, sprich im Herkunftsland, gelöst werden.

Trägt der Export von Waffen und Munition in die Konfliktherde wirklich zur Beruhigung der Situation bei? Wenn man davon ausgeht, dass am Ende alle tot sind, ist diese Annahme zwar richtig, aber sehr verwerflich. Dass dieses Vorgehen zu mehr Elend und Vertreibung führt, müsste sich auch Personen mit tieferem Intellekt erschliessen. Wie so oft ist kein Schaden zu gross, als dass nicht jemand davon profitiert. Die Verfilzung der Rüstungsindustrie und der Bundespolitik wird wieder einmal in aller Deutlichkeit ersichtlich.

Geld regiert die Welt, und die Unterstützer dieses Vorgehens müssen augenscheinlich persönlich finanziell davon profitieren. Anders lässt sich nicht erklären, wie man zur Verschärfung eines politischen Problemthemas beiträgt, dessen Lösung man seit Jahren konsequent fordert.

Oder hat man aus wahltechnischen Gründen gar kein Interesse daran, dieses Problem wirklich lösen zu wollen?

Gabriel Herzog, Frauenfeld


Kriegsmaterial soll zukünftig auch in Konfliktgebiete geliefert werden dürfen. Das erinnert mich an das Lied «Wo Berge sich erheben», welches wir im Schulgesangsunterricht in den 60er-Jahren oft gesungen haben. Dort heisst es in der zweiten Strophe: «Schallt Kriegsgeschrei vom Tale, der Älpler drob erwacht; er steigt vom hohen Walle und stürzt sich in die Schlacht. Trallala» …

Es ist uns egal, wer gegen wen kämpft und worum es überhaupt geht, wir helfen gerne mit. Hauptsache, wir können davon profitieren und bekommen selber keinen Morgenstern auf den Kopf. Wir sind neutral, wenn wir alle beliefern. Leider bleibt jeder humanitäre Gedanke auf der Strecke.

Samuel Bächler, Rorschacherberg

Es ist schon verwunderlich, dass sich die Partei (SVP), die am lautesten nach Neutralität schreit, sich in dieser Angelegenheit so ruhig verhält. Wo sind die Parolen, die sich die SVP auf ihre Fahnen geschrieben hat (Neutralität)?

Sollte sich Bundesrat Ueli Maurer für die Waffenexporte einsetzen, so hat diese Partei bei mir an Glaubwürdigkeit verloren! Geld gleich Neutralität zweitrangig?

Heinrich Klingler-Furrer, Niederuzwil

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