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Leserbrief

Jede stolze Stadt teilt den schönsten Blick mit allen

Zum Nutzungsrecht im Parktower in der Stadt Zug

«Der markante Aussichtspunkt, genannt ‹Guggi›, ermöglicht einen einzigartigen Blick auf Zugs Altstadt... An schönen Tagen reicht die Aussicht bis in die Berner Alpen, und an klaren Abenden kann man von hier aus den berühmten Sonnenuntergang bewundern…» Dieser Werbetext steht auf der Internetseite von Schweiz Tourismus und sorgt für internationale Beachtung. Heute sind wir alle stolz auf diesen wunderbaren Fleck in unserer schönen Stadt. 1980 war der Erwerb höchst umstritten. Erst nach einer Volksabstimmung durfte die Stadt Zug den zweistelligen Millionenbetrag für die grüne Wiese ausgeben. Heute erfreuen sich Einheimische und Besucher am einzigartigen Naherholungsgebiet und dem einmaligen Blick auf die Altstadt. Eine «Aussichtsplattform», welche der Bevölkerung zugänglich ist, hat eine wichtige Funktion. Sie ermöglicht der Bevölkerung den Blick auf «ihre» Stadt und schafft Identität.

Es hat stets symbolische Ausdruckskraft, wem der höchste Punkt einer Stadt gewidmet ist. Jede stolze Stadt teilt den schönsten Blick mit allen. In der «Neustadt», wo bald viele Hochhäuser entstehen werden, tut man sich wahnsinnig schwer mit dem Teilen der schönen Aussicht. Nachdem der kostenlose Zugang im «Uptown» fast unmerklich verloren ging und vom Barbetrieb «verschluckt» wurde, schwindet nun auch die Hoffnung auf eine Nutzung des 80 Quadratmeter grossen Gesellschaftsraumes im Parktower. Legitimiert durch den Bebauungsplan aus dem Jahre 2009 hat die Stadt Zug für das Nutzungsrecht im Parktower aufwendige Verhandlungen geführt und bereits viel Geld investiert.

Seit 2015 könnte sich die Bevölkerung an der schönen Aussicht und dem besonderen Ambiente erfreuen. Der Endausbau wurde 2016 jedoch verhindert, weil der Grosse Gemeinderat der Ansicht war, die 400000 Franken seien für eine «Sonnenstube» zu teuer. (1998 war der GGR grosszügiger. Er bewilligte damals den Ausbau des Pulverturms mit 600000 Franken). Noch weiter geht eine Motion aus dem Jahr 2016, welche fordert, dass das Nutzungsrecht für den Gesellschaftsraum verkauft werden muss. Die Antwort des Stadtrates, dass sich kein Käufer für das Nutzungsrecht finden lasse, wurde in der GGR-Sitzung vom 5. Juni nicht akzeptiert. Der Rat hat die Vorlage mit 15 zu 14 Stimmen bei vier Enthaltungen abgelehnt. Der Stadtrat wird in eine neue Verhandlungsrunde geschickt.

Es existiert ein gültiger Bebauungsplan. Der Gemeinschaftsraum ist «fast» fertiggestellt. Die Stadt verfügt über die finanziellen Mittel. Ein Betriebskonzept wurde mit viel Aufwand ausgehandelt und es gibt zahlreiche Nutzungsideen von der privaten Erstkommunion-Feier über einen Wirtschafts-Talk im Fernsehen bis hin zu zivilen Trauungen oder einer Vereins-Generalversammlung. Doch die Politik verhindert die Nutzung!

Die Stadt besitzt mehrere symbolträchtige Lokalitäten: Altstadthalle, Siehbach- und Burgbachsaal können von der Bevölkerung per Mausklick auf der Homepage der Stadt Zug kostengünstig gemietet werden. Der Pulver- und der Huwilerturm werden von Zug Tourismus vermietet. Nutzungsbestimmungen regeln den Betrieb. Die Stadt Zug muss nicht zum Eventmanager mutieren. Sie soll einzig eine bewährte Rolle auch im höchsten Gebäude der Stadt Zug ausüben dürfen. Stattdessen wird die Verhinderungstaktik weitergeführt und ein Recht aus einem gültigen Bebauungsplan schwindet einmal mehr dahin.

Barbara Müller Hoteit, GGR-Mitglied CSP, Zug

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