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Leserbrief

In der Spitaldebatte gehen wichtige Aspekte vergessen

Leserbriefe zur Spitaldebatte.

In der momentanen Spital­debatte gehen zwei wichtige Aspekte, bewusst oder unbewusst, vergessen. Seit der neuen Spitalfinanzierung bezahlt der Kanton auch an jede Hospitalisation in einem Privatspital (wenn dieses auf der Spitalliste ist). Da einige Privatspitäler Rosinenpicker sind und vor allem das anbieten, was lukrativ ist (Orthopädie, einen Teil der Chirurgie usw.), bleiben für die öffentlichen Spitäler vor allem die kostenintensiven Massnahmen für chronisch Kranke oder beispielsweise Mehrfacherkrankungen.

Als Grund für die schlechten Finanzen wird oft die Anzahl der neun öffentlichen Spitäler erwähnt. Aber dass es zwar neun Häuser sind, aber jetzt schon vier Unternehmungen, wird zu wenig berücksichtigt. Wenn die Fachkräfte in verschiedenen Häusern arbeiten, kann das zwar mühsam sein für das Personal, aber die Fallzahlen erreichen so die geforderte Höhe.

Das ist wohl mit ein Grund, dass die Qualität im St. Galler Gesundheitswesen sehr gut ist. In keinem der bisherigen Kommentare konnte etwas anderes bewiesen werden. Im Gegenteil, einige der eingeholten Meinungen zeugen von schmalem Wissen um die aktuelle St. Galler Spitalorganisation. Vergleicht man die Kosten des St. Galler Gesundheitswesens mit jenen anderer Kantone (die weniger Spitalbauten haben), fällt auf, dass die Kosten in St. Gallen nicht höher – eher tiefer sind. Soll man alles belassen wie bisher? Wichtig ist eine fundierte, volkswirtschaftliche – nicht nur betriebswirtschaftliche – Analyse und schweizweit eine Korrektur der 2012 eingeführten Spitalfinanzierung.

Agnes Haag, St.Gallen - ehemalige Kantonsrätin SP
Susanne Hoare, St.Gallen - ehemalige Kantonsräte Grüne

In der Ausgabe vom 8. Juni liefert das «Tagblatt» Antworten auf alle Fragen im Zusammenhang mit den Problemen der St. Galler Spitäler. Es ist Gesundheitsökonom Tilman Slembeck, der dabei den nötigen Durchblick verschafft. Auf der Titelseite verkündet die Zeitung seine wichtigste Einsicht: «Zwei Spitäler sind für den Kanton St. Gallen genug.» Im Interview darf Slembeck dann ausführlich darlegen, wie man das Stimmvolk in den Spital-Standorten dazu bringt, der Schliessung ihrer Spitäler zuzustimmen. Wenn die Bevölkerung wüsste, wie (schlecht) es um die Qualität ihres Spitals steht, dann würde sie keinen Widerstand leisten und dieses gleich selbst zumachen. Man müsste den Leuten nur die Daten vorlegen, die diesen Tatbestand belegen.

Zwar hat Herr Slembeck diese Daten nicht gesehen, er ist aber überzeugt, dass es sie gibt. Er kann nicht wissen, was eine Auswertung dieser Daten ergäbe, seiner Meinung nach würden sie die schlechte Qualität der Landspitäler belegen – wenn es sie denn gibt, wenn er sie auswerten könnte. Kann er aber nicht, denn – so Slembeck – Gesundheitschefin Heidi Hanselmann versteckt sie, die Daten, mit welchen man beweisen könnte, dass die Qualität der Spitäler in Flawil, Wattwil usw. so schlecht ist, dass man sie schliessen müsste.

Mit den Daten – von denen ich nicht weiss, ob es sie gibt, die ich bisher nicht gesehen habe – kann ich einwandfrei nachweisen, dass die Arbeit von Gesundheitsökonom Slembeck von schlechter Qualität ist. Die Daten würden das ganz klar zeigen, leider werden sie – wahrscheinlich von Herrn Slembeck selber – versteckt, unter Verschluss gehalten. Könnte man diese Daten öffentlich machen, würde er es nicht mehr in die Schlagzeilen schaffen, das will, ausser mir, wohl niemand, oder?

Hansueli Baumgartner, St.Gallen

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