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Leserbrief

Hartnäckig bleiben

Ein schlechter Sommer für die Schweizer Gletscher, Ausgabe vom 17. Oktober.
Hans Fässler, St. Gallen

Die «Tagblatt»-Ausgabe vom 17. Oktober hat wieder einmal den ganzen Wahnsinn unserer Zeit aufgezeigt. Der Gletscherschwund, welcher ein Teil der menschengemachten Klima- katastrophe ist, wird auf der Frontseite (zweispaltig), auf Seite 2 (Kommentar), auf Seite 13 (ganzseitig) und auf Seite 29 (Pizolgletscher, vierspaltig) behandelt. So weit so gut. Aber auf Seite 17 erfahren wir selbstverständlich, wie das Wetter in Chicago, São Paolo, Kapstadt und Sidney ist. Schon auf der nächsten Seite dürfen wir gerührt sein, dass der Fussballstar Ibrahimovic die aus einer Höhle geretteten thailändischen Jugendlichen zu einem Spiel in die USA einlädt. Bewundernd können wir auf Seite 23 lesen, dass Rapper Kiko mit einem Instagram-Star in Hongkong war. Auf Seite 26 wirbt eine Reiseagentur für den «Wiener Adventszauber» mit Flügen ab Altenrhein. Das «Tagblatt» lädt uns auf Seite 32 zu Leserreisen nach Borneo, Tibet, Rajasthan, Australien, Jordanien, Peru und Bolivien ein. Und auf Seite 34 erfahren wir von den begeisternden Olympischen Jugendspielen in Buenos Aires, an denen 3000 Athletinnen und Athleten aus aller Welt teilgenommen haben.

Natürlich ist die Redaktion nicht verantwortlich für die Inserate. Klar, dass die Journalisten der Sportredaktion nicht identisch sind mit denjenigen von «St. Gallen und Umgebung». Dass der «Schauplatz» nicht von den gleichen gemacht wird wie «Wetter & Service» – geschenkt. Aber alle richten sie sich an die real existierende Leserschaft der Zeitung und an die real existierenden Konsumentinnen und Konsumenten. Erst wenn in allen Bereichen (Sport, Unterhaltung, Ferien, Beruf, People, Musik usw.) die Frage hartnäckig und immer wieder gestellt wird, welche Flüge notwendig sind und auf welche man auch verzichten könnte, besteht Grund zur Hoffnung, dass die Klimakatastrophe noch gestoppt werden kann. Für den Pizolgletscher ist es sowieso zu spät.

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