Leserbrief

Gedanken zum Hundealltag

Pia Müller, Diepoldsau
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«Ich befürworte Hundekurse, speziell für Hundehalter ohne Erfahrung, sehr.» Doch die Ausbildung seitens der Instruktoren und Instruktorinnen war schwach und nie nützlich für die Hundehalter. In diesen Kursen (selber erlebt vor drei Jahren mit meinem neuen Hund) wird Gehorsam etc. nur mit Gutelis trainiert. Täglich sehe ich Leute mit Bauchtaschen voll Gutelis für ihren Hund unterwegs.

Falls der Hund nach circa 20 Minuten doch mal rückrufbar ist, bekommt er so oder so noch das Guteli. Was soll das? Falls der Hund andere Interessen hat, nützt auch das Guteli nichts. Er muss abrufbar sein, er muss eine absolute Bezugsperson haben, er muss frei laufen dürfen – doch das wurde nicht geübt in den Kursen. Noch schlimmer, die armen Hunde nur an der kurzen oder langen Leine! Nie Freiheit, nie über ein riesiges Feld frei laufen dürfen. Alles dies erzeugt Stress und entsprechende Aggression beim Hund.

Das wurde nie in einem Kurs gelehrt, erwähnt. Auch die Familienhunde – sie müssen spielen, dann wenn das Kind Lust hat. Keine Ruhe beim Fressen, keine Ruhe, wenn der Hund im Korb liegt, dauernd lautes Geschrei von den Kindern. Nach dem Mittag muss das Kind Gassi gehen mit dem Hund (möglichst mit dem Fahrrad für zehn Minuten um das nächste Haus). Bei den sogenannten Listenhunden ist der Stress-/Aggressions-Pegel viel höher, obwohl es tolle, liebe Hunde sind.

Ich sehe einige junge Leute täglich mit solchen Hunden: Nur an kurzer Leine, völlig im Stress bei Fuss. Doch es ist «geil», so einen Hund zu haben! Absolut kein Wissen und Verständnis für das Wesen dieser Hunde. Wo sind da die Hundefachleute, die Kurse geben und (nur) die Halter richtig erziehen? Seit 55 Jahren habe ich Hunde – gross, klein (Berner Sennenhund, Deutsch Drahthaar, Terrier) und noch nie erlebt, dass einer meiner Hunde Aggressionen gegen Menschen, Kinder oder Hunde hatte. Doch meine Hunde können frei laufen und sind jederzeit abrufbar.