Leserbrief
«Die sozialen Einrichtungen werden restlos überfordert sein»

Zur Coronakrise

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Da ich auch zur Risikogruppe betreffend Coronavirus gehöre, ist mir schon mehrmals aufgefallen, dass ich als Risiko beurteilt werde und nicht die jüngeren Leute gegenüber mir! Meistens bin ich nur kurz in einem Lebensmittelgeschäft und jüngst wurde ich darauf hingewiesen, nichts zu berühren.

Nachdem wir bereits altersmässig benachteiligt sind, werden wir unkorrekt behandelt, denn falls ich wegen Atemnot oder so in ein Spital müsste, würde ich einem Jüngeren ein Bett «wegnehmen» und das soll verständlicherweise vermieden werden. Es wäre zu begrüssen, wenn die Verantwortlichen in diesem Sinn Klartext vermitteln könnten.

Edith Munzinger, Luzern


Wenn ich erlebe, wie in dieser weltweiten Krise die Menschen zusammenrücken, bereit sind, einander zu helfen und auf vieles zu verzichten, wird mir ganz warm ums Herz. Insbesondere die ausserordentlich grosse Rücksichtnahme auf uns alte Menschen ist erstaunlich und bestimmt auch sehr lobenswert. Doch je länger ich darüber nachdenke, desto mehr frage ich mich, ist sie letztlich auch sinnvoll?

Die Wirtschaft ist völlig zusammengebrochen; die Quintessenz wird sein, dass unzählige Firmen in Konkurs gehen und es folglich Tausende von Arbeitslosen geben wird, ganz abgesehen davon, dass unsere sozialen Einrichtungen wie AHV, Krankenkassen, Altersrenten, Arbeitslosenkasse etc. restlos überfordert sein werden. Schon seit langem ist die Überalterung unserer Gesellschaft eines der grössten Probleme unserer Zeit. Persönlich habe ich mich schon vor Jahren per Patientenverfügung entschlossen, in einem Ernstfall auf jede lebensverlängernde Massnahme zu verzichten. Gut zu wissen, sollte ich tatsächlich an dieser Virusinfektion erkranken, muss ich nicht den qualvollen Erstickungstod erleiden, sondern darf ein vom Hausarzt verschriebenes Sedativum in Anspruch nehmen. In meinen Augen aber ist es in einer solch extremer globaler Notsituation mehr als nur angebracht, ja sogar notwendig, dass in erster Linie den jüngeren, noch erwerbstätigen Generationen jede mögliche Überlebenshilfe geboten wird.

Marlies Fuchs, Emmenbrücke


Der Bundesrat und auch Daniel Koch, der seine Aufgaben im grossen und ganzen sehr gut macht, sagt uns im Bezug auf die Schutzmasken nicht ganz die Wahrheit. Schauen wir nur mal nach China, wo jede Person eine Schutzmaske trägt. Die würden es ja auch nicht machen, wenn es nichts bringen würde!

Wenn wir genügend Schutzmasken haben, bin ich der Meinung, dass alle obligatorisch eine Schutzmaske tragen sollten, die ihr Haus verlassen. Für die gefährdete Altersgruppe über 65 ist ein Ausgehverbot zu verhängen. Dann könnten wir ab dem 20.April nämlich die Massnahme langsam lockern und die Geschäfte könnten mit einem Tropfen-Regelung- System ihre Geschäfte wieder öffnen, so wie es uns die Grossverteiler jetzt schon vormachen. Die Wirtschaft würde es uns später danken!

Cyrill Hotz, Luzern


Sehr geehrte Schweizer Bürger und Bürgerinnen. Ich bin Anfang 30 und bewundere den konsequenten Umgang der Schweiz in der Coronakrise. Und trotzdem trauen sich eure freien Medien über die vermeintlich bessere Desinfektion und die Hygienemassnahmen zu berichten. In Deutschland sind diverse Grossraumbüros geöffnet und jedes Bundesland kocht sein eigenes Süppchen. Sehr traurig, dass sich hier niemand dazu äussert. Ich erkläre meinen grössten Respekt gegenüber allen Schweizern. Ein Gruss aus Deutschland und Gesundheit für alle.

Jan Grandt, Osnabrück (Deutschland)


Unsere Haustiere erfüllen in dieser unsicheren Zeit einen unschätzbaren Beitrag an unsere Gesundheit von Körper und Seele. Der Lohn dafür muss eine artgerechte Haltung unserer Mitbewohner sein. Solidarität und Toleranz gelten für alle Lebewesen. Die Zeit der Quarantäne ist für uns Menschen begrenzt. Wir machen eine neue Erfahrung, wie es sich anfühlt, eingesperrt zu sein. Alle warten auf das gewohnte freie Leben.

Dankbar beanspruchen wir Hilfe von sehr vielen Menschen, auf welche zu Hause vielleicht ein Hund oder eine Katze wartet. Vergessen wir nicht die Bedürfnisse unserer Tiere, gönnen wir auch ihnen ab und an Freiheit, Auslauf oder ein Bad im See. Dazu braucht es auch Hundewiesen. Jeder sollte inzwischen begriffen haben, dass es nur miteinander funktionieren kann.

Verena Jain, Horw


Es ist vollbracht! Alle Parteien sind zufrieden: Die SVP ist glücklich, dass die Grenzen geschlossen sind. Die SP freut sich, dass 42 Milliarden und mehr ans Volk verteilt werden. Die Grünen feiern das Erreichen der Klimaziele vom Pariser Abkommen, 30 Jahre schneller als geplant. Die CVP begrüsst, dass die Familie wieder zusammen ist. Die FDP ist zufrieden, dass die Banken immerzu offen sind. Und das alles ohne Wahlen. Vive la Suisse! Das Wort Corona kann im christlichen Sinn so buchstabiert werden: C = redo, ich glaube. O = pfer bringen. R = eue, Umkehr. O = stern. N = ächstenliebe, Nachfolge. A = uferstehung.

Simon A. Zihlmann, Kaplan, Schüpfheim


In der letzten Krise, der Banken- und Finanzkrise, haben wir von systemrelevanten Unternehmen gesprochen. Diese Unternehmen wurden – wie müsste man das heute sagen? – von systemzerstörenden Verantwortlichen geführt. Ein Lohnvergleich mit den heute systemrelevanten Berufen wie Pflegefachleuten, Ärzten und Verkäufern ist praktisch unmöglich, zu gross ist die Schere zwischen den Einkommen. Es wäre schön, wir würden für die Zukunft Lehren aus den verschiedenen Krisen ziehen. Wer ist wirklich wichtig für uns – und denkt nicht nur an sich selbst und sein eigenes Einkommen.

Thomas Schmitt, Sursee

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