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Leserbrief

Die Kluft wächst – zwischen unverrückbarer Lehre und moderner Welt

Lasst euch nicht provozieren!, Ausgabe vom 6. Oktober.

Andri Rostetters Schlüsselsatz «In einer aufgeklärten, liberalen Gesellschaft darf jeder glauben, was er will – solange er sich an die rechtsstaatliche Ordnung hält» lässt sich, meiner Meinung nach, nicht auf eine islamisch geprägte Gesellschaftsordnung übertragen. Dem Islam fehlt die Aufklärung. Mir scheint auch, dass sich der heutige Islam in einer nur schwer zu überbrückenden Identitätskrise gefangen sieht.

Die Kluft zwischen seiner unverrückbaren Lehre und der modernen Welt weitet sich unaufhörlich aus, denn der Islam steht im Widerspruch nicht nur zu den kulturellen Werten westlicher Gesellschaften, sondern auch zu seinen demokratischen Gesetzen und sogar zu den Menschenrechten, insbesondere zu Artikel 18 – Religionsfreiheit – und zu Artikel 19 – Meinungsfreiheit. Ein innerislamischer Dialog dar-über findet nicht statt.

Kaum ein Muslim traut sich, menschenfeindliche Elemente des Korans, die Gewalt legitimieren, anzufechten oder gar in Frage zu stellen. Kaum ein Muslim spricht einer Gesellschaft, die Religion und Staat trennt, das Wort. Die Scharia bestimmt weiterhin sein persönliches wie auch sein politisches Leben.

Willy Burgermeister, Romanshorn


In seinem Leitartikel vom 6. Oktober weist Andri Rostetter zu Recht auf das Dilemma hin, dass jede Kleidervorschrift den religiösen Aufwieglern eine Bühne schafft, auf der sie sich als Opfer der Gesellschaft darstellen können. Aber die wirklich zentrale Frage wurde auch in diesem Leitartikel ausgespart: Welche Rolle soll Religion im öffentlichen Raum spielen? Wie sichtbar wollen wir die Mauern zwischen den Religionen (wieder) hochziehen?

Vor einigen Jahrzehnten gab es in jedem Dorf noch eine evangelische und eine katholische Bäckerei, es gab einen evangelischen und katholischen Turnverein, es gab starke religiös geprägte Parteien usw. Das ist zum Glück vorbei. Und nun soll alles wieder von vorne beginnen?

Nein – es interessiert mich nicht, welche Religion mein Bäcker hat, ich will auch nicht wissen, welche Religion der Spaziergänger am Ufer des Sees hat. Und ich mag es nicht, wenn mir andere Leute ungefragt ihre religiöse Meinung mitteilen. Wer in diesem Zusammenhang von Toleranz schwafelt, soll sich mal eine Gesellschaft vorstellen, in der alle Leute ihre Religionszugehörigkeit dauernd vor sich hertragen: Die Katholiken hätten alle eine grüne Mütze auf, die Evangelischen eine blaue, die Juden eine rote, die Buddhisten eine orange, die Atheisten eine karierte usw. Man darf dreimal raten, wie sich das auf unser Zusammenleben auswirken würde: Absolut zerstörerisch, weil jede unbefangene Kontaktaufnahme erschwert würde.

Die Burka-Abstimmung war eine Abstimmung über Symbole – ja, aber Symbole sind wichtig. Auf das Tragen von aufdringlichen, religiösen Symbolen im öffentlichen Raum sollte im Alltag daher verzichtet werden. Ebenso auf die Teilnahme eines Kirchenvertreters bei der Einweihung eines Eisenbahntunnels.

Reinhold Harringer, St.Gallen


So langsam habe ich die Nase voll von Journalisten, die mir vorschreiben wollen, was ich zu denken habe. Andri Rostetters Leitartikel im Tagblatt liefert ein weiteres Beispiel dafür. Wo sind die Journalisten, die nicht polarisieren wollen, sondern noch ihrer eigentlichen Aufgabe nachgehen – nämlich möglichst sorgfältig zu recherchieren und Informationen weiter zu geben, damit sich der Leser selbst eine Meinung bilden kann?

Friedhelm Weicken, Grub


In einer aufgeklärten, liberalen Gesellschaft darf jeder glauben, was er will. Dem ist sicher so, und wenn es dann in der Zeitung steht, wird es ja wohl auch so sein, nimmt man generell an. Ist dem nicht so, könnte man es getrost, wie heute in aller Munde, als Fake News bezeichnen. Wenn im Bericht von religiösen Symbolen geschrieben wird, sollte es sich meiner Ansicht auch um solche handeln.

Wenn einem aber suggeriert werden sollte, bei einer Burka oder Nikab handle es sich um eben solche Symbole, ist dies grundlegend falsch! Die Burka ist eine reine Erfindung der islamischen Männerwelt. Der Grund der ursprünglichen Verschleierung war ein ganz anderer und hatte einen praktischen Hintergrund.

Mosleminnen sollten sich verschleiern, damit sie optisch von Sklavinnen unterschieden werden konnten und so vor Übergriffen und Verfolgung sicher sein sollten. Sind wir doch ehrlich, man stelle sich einen heissen Sommertag mit über 30 Grad im Schatten vor. Eine Frau, eingehüllt in eine Burka mit kleinem Sehschlitz, die kaum mitbekommt, was um sie herum passiert. Daneben ihr Mann im saloppen Kurzarmhemd mit Shorts, Flipflops und Gucci-Sonnenbrille!

Was bitte genau soll dieser krasse Widerspruch jetzt mit einem religiösen Symbol zu tun haben? Alle jene, die das behaupten, sollten einmal so einen schönen Sommertag in der Burka verbringen! Die Burka ist ein mobiles, frauenverachtendes Gefängnis, nicht mehr und nicht weniger. Was sie aber auf keinen Fall ist, ist ein religiöses Symbol, da sie nichts mit Religion zu tun hat!

Gabriel Ruckstuhl, Buhwil


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