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Leserbrief

Der SNB-Chef hat ein Vollgeldkonto

Zur eidgenössischen Abstimmung vom 10. Juni über die «Volksinitiative «Für krisensicheres Geld: Geldschöpfung allein durch die Nationalbank! (Vollgeld-Initiative)»

Mein Sohn ist im Zuger Regiokomitee der Vollgeldinitiative und wir haben uns in letzter Zeit häufig über die private Geldschöpfung der Geschäftsbanken unterhalten. Mittlerweile verstehe auch ich sehr gut, was ich anfangs gar nicht glauben wollte: Banken erschaffen Geld aus dem Nichts, wenn sie Kredite vergeben und für sich selber Immobilien, Aktien oder gar Gold kaufen.

Diese Tatsache ist einfach ungeheuerlich. Als ich noch berufstätig war (Chäs Ueli), musste ich jeden Rappen für meine Investitionen, die Fahrzeuge und Wareneinkäufe zuerst erwirtschaften. Ich konnte diesen Lieferanten nicht einfach per Bilanzverlängerung Geld gutschreiben, welches ich gar nicht hatte. Im Gegensatz zu den Banken, die dieses Monopol für sich beanspruchen. Hätte ich damals, dieselben Möglichkeiten wie eine Bank gehabt, dann gäbe es den Chäs Ueli wohl heute noch. Einfach mit Filialen weltweit.

Das Fass zum Überlaufen bringt nun aber Thomas Jordan. Der Chef unserer Schweizerischen Nationalbank setzt sich massiv gegen die Vollgeld Initiative ein und will uns Bürgern verwehren, was er privat schon lange hat: Vollgeld eben!

Kein schlechter Witz ist, dass Herr Jordan – wie im Übrigen auch alle seine Mitarbeiter – ein Konto bei der SNB hat. Auf dieses wird, laut Angaben von Frau Cruz von der SNB, sein Lohn verbucht. Dieses Buchgeld ist nun aber rechtlich identisch mit Bargeld, also gesetzliches Zahlungsmittel, und im Krisenfall zu 100 Prozent sicher, nicht wie das Buchgeld auf unseren Konti. Und es ist davon auszugehen, dass Herr Jordan auf seinem Lohnkonto ein bisschen mehr als nur 100000 Franken hat. Des Bürgers Buchgeld bei der Bank ist nur ein Anspruch auf Bargeld. Es ist kein gesetzliches Zahlungsmittel und droht im Falle einer Bankenpleite vernichtet zu werden.

Wieso schenkt sich Herr Jordan selber 100 Prozent sicheres Vollgeld ein, während wir Bürger uns nach seiner Ansicht gefälligst mit zweitklassigem, ungesetzlichem Buchgeld zu begnügen haben? Die Haltung von Thomas Jordan ist – pardon – eine Frechheit sondergleichen und eine Verhöhnung der arbeitenden Menschen hierzulande. Ein weiterer Grund zu Vollgeld Ja.

Martin Ulrich, Zug


Die radikale Vollgeld-Initiative verbietet den Banken, mit dem Geld auf Zahlungskonten zu arbeiten. Das verteuert Finanzdienstleistungen, Hypotheken und Kredite. Die Zeche zahlen das Gewerbe und der normale Bürger, und weil das Gewerbe die Mehrkosten auf seine Kunden überwälzt, zahlen die Bürgen nochmals. Die Schweiz sollte nicht vorpreschen und ein System einführen, an das sich noch kein anderes Land dieser Welt gewagt hat. Auf solche Risiken ist zu verzichten, daher unbedingt ein Nein in die Urne legen.

Karl Nussbaumer, Kantonsrat SVP, Menzingen

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