Leserbrief
Der Neuen eine Chance geben

Salzkorn, Ausgabe vom 5. Januar.

Oliver Schmid-Schönbein, St.Gallen
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Das Salzkorn nimmt sich der neuen Kandidaturen für den Ständerat an, wie es sich für eine kritische Presse gehört. So weit so gut, aber sogleich werden alle neuen Gesichter uni­sono in einen Topf geworfen, und ihnen werden mangelnde Erfahrung und politisches Leichtgewicht vorgeworfen, unterlegt mit Sozialneid in Bezug auf die Entschädigung eines Ständerates.

Aber was ist denn in der letzten Legislatur der Leistungsausweis der altgedienten politischen Schwergewichte hinsichtlich zentraler Herausforderungen: Klimawandel – Salto rückwärts mit einem Kopfsprung in den Sand; Altersvorsorge – krachendes Scheitern eines vermeintlich rundumeierlegenden Wollmilchsaupaketes beim Volk; Rahmenabkommen – fünf Jahre Illusions-Ringelreihen im geheimen Verhandlungskabinett ohne konsensfähiges Resultat.

«Die Herausforderungen sind gewaltig. Die Schweiz braucht Leute mit Weitblick, die nicht ständig die Gefahr des Scheiterns heraufbeschwören, sondern den Mut und die Energie haben, langfristig zu denken und zu handeln». So läutete der «Tages-Anzeiger» jüngst das neue Jahr ein, und in diesem Sinne gebührt allen neuen Gesichtern der Dank für den Mut, den sicheren beruflichen Hafen zu verlassen und sich zur Wahl zu stellen. Ein einfaches Weiter-so führt unser Land weiter in Sackgassen, darum hören wir uns ihre Lösungsvorschläge doch erst einmal an.

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