Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Leserbrief

Denkmalschutz: Geburtsfehler oder Fehlentwicklung?

«Der grosse Geburtsfehler des Denkmalschutzes», Leserbrief, Ausgabe vom 17. August

Hier wurde klar und deutlich aufgezeigt, dass in diesem Departement vieles nicht im eigentlichen Sinne des Denkmalschutzes getan wird, sondern hier werden willkürlich neue Objekte gesucht, Hauptsache die Liste der «schützenswerten» Objekte wird länger. Das verwundert eigentlich nicht, denn immer mehr Personal bedeutet zwangsläufig, dass auch mehr Objekte notwendig sind. So gesehen handeln die Personen nicht der Schutzwürdigkeit von Gebäuden wegen, sondern um ihre Arbeitsplätze zu rechtfertigen. Vergleicht man aber die Kosten für den Denkmalschutz mit umliegenden Kantonen, immer im Verhältnis zur Anzahl Einwohner, ist Zug allen weit voraus. Heisst das, wir können uns diesen Luxus trotz Budget-Sparübungen leisten? Der eingangs erwähnte Artikel ist insofern nicht vollständig, weil kein Vorschlag enthalten ist, wie das Problem angegangen respektive gelöst werden kann. Dabei ist eine Lösung relativ einfach und kann unter dem Titel «30/50» umgesetzt werden: 50 bedeutet, die Budget/Personalkosten um 50 Prozent zu reduzieren und 30 bedeutet, das gesamte Inventar der «schützenswerten» Objekte um 30 Prozent zu reduzieren. Das ist einfach zu verstehen und ohne weiteres auch durchzusetzen und zu kontrollieren. Für mich ist im Weiteren unverständlich, dass unsere Volksvertreter (Kantonsrat und Regierungsrat) nicht schon lange in diese Richtung arbeiten, um damit die Fehlentwicklungen und das Geldverschwenden in diesem Departement einzudämmen. Dies auch deshalb, weil der Kanton ständig an der Sparschraube drehen muss.

Kaspar Haslimann, Cham


In einem kürzlich veröffentlichten Leserbrief von Adrian Risi, Vertreter der Risi Immobilien AG wird mit vollem Geschütz gegen die Amtsleitung des Amtes für Denkmalpflege und Archäologie geschossen.

Dabei wird die Arbeit auf diesen Ämtern als schikanierende «Amokläufe» bezeichnet. «Amoklauf bedeutet: Wütende, rasende wahllose Angriffe auf Menschen in Tötungsabsicht.»

Dieser Begriff ist besonders in Zug völlig unangebracht. Ich selber konnte mit Glück diesem Amoklauf entkommen, während 14 Kolleginnen und Kollegen dabei starben. Noch immer leiden Betroffene und Verwandte an den Folgen dieser unsinnigen Tat.

Wenn nun Herr Risi diesen Begriff gegen Vertreter eines Amts verwendet und dabei nicht einmal reflektiert, was diese Aussage in Zug auslösen kann, ist dies sehr bedenklich. Er betrachtet in seiner Wut nur sein persönliches Interesse. Dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieses Amtes täglich ihre gesetzlichen Verpflichtungen ausüben, kann und will er nicht verstehen. Dass bei einer Unterschutzstellung von der Regierung definierte Prozesse vorhanden sind, blendet der völlig aus.

Was dieses Amt unter Stefan Hochuli und der Denkmalpflegerin Franziska Kaiser in den vergangenen fünf Jahren geleistet hat, wollen und können gewisse Leute nicht wahrhaben. Trotz einschneidender Budgetkürzungen durch das Parlament haben sie es zusammen mit ihren Mitarbeitenden geschafft, das dringend notwendige Inventar der schützenswerten Denkmäler in den elf Gemeinden innert vorgegebener Zeit zu erstellen.

Mit der Gemeinde Unterägeri, wird noch dieses Jahr die Inventararbeit abgeschlossen sein. Das Produkt einer gigantischen Arbeit liegt nun auf dem Tisch. Dieses Inventar wird Architekten und Bauherren Sicherheit geben, damit vor der Planungsarbeit an einem Objekt bekannt ist, ob ein Haus unter Umständen unter definitiven Schutz kommt.

Im Kanton Zug sind 6 Prozent aller Gebäude auf dieser Inventarliste. Inventar heisst: Es muss abgeklärt werden, ob ein Gebäude die Kriterien einer Unterschutzstellung erfüllt.

Und genau in diesem Prozess ist nun der Alpenblick in Cham. Auch dort wird gegenwärtig abgeklärt, ob diese wertvolle Überbauung einen definitiven Schutzcharakter erhalten wird oder nicht. Nicht die Mitarbeiter des Amtes entscheiden über die Unterschutzstellung, sondern der Regierungsrat.

Solche Prozesse sollte ein VR-Präsident einer Immobilienfirma eigentlich verstehen.

Ich frage mich zum Schluss: Ist das Drohen und das Beleidigen von Personen die künftige politische Kultur unseres Kantons? Sachpolitik sollte wieder das Credo jedes Politikers sein.

Andreas Bossard, Vertreter des Archäologischen Vereins in der kantonalen Denkmalkommission

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.