Leserbrief
Den Menschen wird das Wasser gestohlen

Zum Leserbrief «Pauschale Verurteilung», Ausgabe vom 28. Juni

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Nationalrätin Andrea Gmür (CVP) teilt als Leserbriefschreiberin ihre Ansicht, dass es ganz, ganz wenige schwarze Schafe, sprich Schweizer Firmen gebe, die ihre soziale und ökologische Verantwortung im Ausland nicht wahrnehmen. Firmen, die in fremden Ländern korrekt und verantwortungsvoll Geschäfte machen, müssen sich ja auch nicht vor der Konzernverantwortungsinitiative fürchten.

Doch wir haben hier in der Schweiz international tätige Unternehmen, Milliardenunternehmen, die Menschenrechte aufs Gröbste missachten, die Gesundheit unzähliger Menschen in Entwicklungsländern gefährden und schädigen, Landrechte verletzen und ökologische Katastrophen hinterlassen. Ihre Manager nehmen diese Ausbeutung von Mensch und Natur zugunsten ihrer eigenen wirtschaftlichen Interessen bewusst in Kauf.

Wer sich wirklich ein Bild dieser Machenschaften machen will, findet genügend verstörende Berichte. Hier eine paar Beispiele von verantwortungslosem Handeln: Gewaltsame Vertreibung von indigenen Bauern in Peru durch Schweizer Unternehmen, Schweizer Baumwollhändler profitieren von Kinderarbeit in Burkina Faso, der weltgrösste Lebensmittelkonzern kauft in ärmeren Ländern und trockenen Regionen Quellen auf und sichert sich die Lizenz zum Brunnenbohren. Den Menschen wird das Wasser gestohlen, ihre Quellen versiegen. Ist für Sie, lieber Leser, Wasser ein Menschenrecht? Rund 80 Organisationen stehen hinter dieser Initiative und mindestens 140 000 Schweizer haben sie unterzeichnet.

Angesichts der beschämenden Fakten frage ich mich, was wohl eine CVP-Exponentin dazu bewegt, sich gegen die Einhaltung von Menschenrechten und gegen eine verantwortungsvolle Wirtschaft zu stellen?

Gabriela Schällebaum, Kriens


Wenn ich die Aussagen von Frau Gmür lese, sind die Konzernverantwortlichen von Glencore und Konsorten ja wirkliche Gutmenschen, die nur das Beste für die Arbeiter in ihren Minen in Südamerika und Afrika tun. Es kann nicht sein, dass Frau Gmür es besser weiss, als 84 Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit und des Umweltschutzes, welche die Initiative lanciert haben. Sonst empfehle ich ihr den Artikel von Rudolf Strahm, mit dem Titel «Hungerlöhne, Kinderarbeit, Umweltgifte» und weitere glaubwürdige Artikel. Offensichtlich hat die Kandidatin Angst, von den Wirtschaftsparteien nicht als Ständeratskandidatin unterstützt zu werden. Schade, ich hätte gerne eine Frau gewählt.

Armin Ritter, Luzern

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