Leserbrief
Car-Problem: Totale Hilflosigkeit wird nun offenbar

«Stadt Luzern will Cars nach Kriens schicken», Ausgabe vom 21. September

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Jetzt will der Luzerner Stadtrat allen Ernstes die Cars ausserhalb der Stadt parkieren lassen, nämlich in der Nachbargemeinde Kriens. Die Cars sollen dabei weiterhin bis zum Schwanenplatz zum Ausladen der Reisenden fahren dürfen. Nachher sollen sie durch die ganze Stadt Luzern zum fünf Kilometer entfernt liegenden Parkplatz in Kriens fahren. Anschliessend fahren dieselben Cars wieder die fünf Kilometer von Kriens mitten in die Stadt, um die Reisenden am Schwanenplatz abzuholen.

Eine solch abstruse Idee offenbart die hoffnungslose Hilflosigkeit des Luzerner Stadtrats in Sachen Carparkplatz. Noch vor kurzem hat dieselbe Regierung in einer wortreichen und konfusen Botschaft an das Stadtparlament zur Initiative Metro-­Luzern zu erklären versucht, weshalb die von der privaten Gruppe eingereichte Initiative abzulehnen sei. Das Argument, die Lösung sei nicht finanzierbar sowie behördliches Geschwafel führte dazu, dass das Stadtparlament die Initiative mit grosser Mehrheit ablehnte.

Als Aussenstehender greift man sich schon lange an den Kopf, wie die Luzerner Stadtregierung agiert: Alles, was nicht von der Verwaltung kommt, wird in Bausch und Bogen verdammt. Aber kurz nachdem das Stadtparlament dieser Argumentation gefolgt ist, wird eine «Lösung» präsentiert, die weder verständlich noch realisierbar noch vorher dem Parlament unterbreitet worden ist. Als Parlamentarier würde ich mich so ziemlich verschaukelt vorkommen (vornehm ausgedrückt). Der Stadtrat will also das Probleme, das er nicht lösen will, auf die Nachbargemeinde abschieben. Sehr edel!

Die Luzerner Stimmbürger sind deshalb aufgerufen, diesem unendlichen Intrigenspiel des grünen Stadtrates ein Ende zu setzen und die Volksinitiative Metro-Luzern deutlich anzunehmen. Diese verlangt nämlich, dass die Stadt Luzern einen Planungskredit bewilligt, damit das Projekt «Metro-Luzern» Reussegg – Schwanenplatz mit einem Car-Umsteigepunkt in der Reussegg näher untersucht werden kann. Gleichzeitig kann mit der Metro das Kantonsspital rasch und bequem erschlossen werden.

Eine alleinige Buslösung ist ja bekanntlich untauglich, weil langsam und ständig im Stau steckend. Diskutiert werden kann auch über eine neue S-Bahn-Haltestelle im Bereich Friedental als Umsteigepunkt zwischen SBB und Metro. In der Reussegg sollen gemäss Initiative vorsorglich Grundstücke für den Carparkplatz gesichert resp. getätigt werden. Es soll auch untersucht werden, wie das Projekt «Metro plus» zum Bahnhof Luzern, nach Emmen, nach Kriens und nach Ebikon erweitert werden kann, z.B. als Tram oder als Bestandteil der Zentralbahn. Die Metro-Lösung bringt also der ganzen Stadt etwas. Das sind weit realistischere Ansätze als die Abschiebung des Car-Problems auf die Nachbargemeinde Kriens.

Paul Stopper, dipl. Bauing. ETH und Verkehrsplaner, Uster

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