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Leserbrief

Auf Kosten der Ärmsten unserer Wohlstandsgesellschaft

Emil Alt, Diepoldsau

«Dank» der Habgier eines Geschäftsleitungsmitgliedes (der Kreis der verdächtigten Personen ist Gott sei Dank ja sehr klein) kommt wieder einmal eine Sozialfirma in die Schlagzeilen. Diese sogenannten «Sozialfirmen» sind mir schon seit langem ein Dorn im Auge. Da wird ein Parallel-Arbeitsmarkt aufgebaut, der nur dank grosszügiger Unterstützung diverser Sozialämter (letztendlich mit Steuergeldern) am Leben erhalten wird.

Hier wird auf Kosten der Ärmsten unserer Wohlstandsgesellschaft (der Sozialbezüger) nichts anderes als «moderne Sklaverei» betrieben. Die Sozialbezüger werden von den Sozialämtern gezwungen in diesen ­Sozialfirmen zu arbeiten, ansonsten drohen ihnen Abzüge der Unterstützungsbeiträge.

Die Sozialempfänger haben de facto keinerlei Anrecht, ihren Arbeitsort selber zu bestimmen. Dies passt genauso gut ins Bild der «modernen Sklaverei», wie die Androhung des Business House ihren offiziellen Angestellten gegenüber, die Löhne um zehn Prozent zu senken, ansonsten eine Kündigung unumgänglich sei... Müssen nun die Angestellten durch Lohnreduktion das Loch in der Kasse wieder füllen?!

Hier noch eine Einschätzung von Peter Schallberger, Professor an der Fachhochschule St. Gallen, zum Thema Sozialfirmen: Laut dem Soziologen Peter Schallberger erfüllen diese vor allem in der Ostschweiz tätigen Sozialfirmen die Bedingungen arbeitsintegrativer Massnahmen nicht. Erstens seien sie nicht wettbewerbsneutral: Die Unternehmen, die den Sozialfirmen Aufträge erteilten, profitierten von formell unfrei beschäftigten und staatlich subventionierten Billigarbeitskräften. Hierdurch verlören sie den Anreiz, Stellen für regulär Beschäftigte zu schaffen.

Zweitens würden die Arbeitslosen in ihren Reintegrationsbemühungen nicht professionell begleitet. Die Sozialfirmen böten keine Umschulungen oder Weiterbildungen an. «Faktisch wird hier eine ausbeuterische Zwangsbeschäftigung als caritatives Engagement ausgewiesen.»

Versetzt diesen Sozialfirmen endlich den Todesstoss, die Sozialhilfebezüger und Steuerzahler würden dies mit Applaus quittieren.

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