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Leserbrief

Auf dem Postplatz liegt mehr drin

Zur städtischen Abstimmung vom 10. Juni über die Initiative «Ja zu Gewerbe und Läden in der Altstadt»

Die Stadtverwaltung zieht aus, die Post ist bereits ausgezogen, jetzt auch noch die Parkplätze ... Die Volksinitiative mit dem verfänglichen Titel «Ja zu Gewerbe und Läden in der Altstadt» suggeriert, dass das Überleben des Gewerbes vom Bestand der bestehenden oberirdischen Parkplätze rund um den Postplatz abhängt. 42 Parkplätze, darunter die 25 Plätze auf dem unteren Postplatz sollen entgegen dem rechtsgültigen Bebauungsplan, der 2008 vom Zuger Stimmvolk angenommen worden war, erhalten bleiben. Dazu redet man einen Notstand herbei.

Fakt ist, dass in der Gesamtbilanz (nach Aufhebung der 60 Plätze, wie im Bebauungsplan gefordert) im neuen Parkhaus Post 40 öffentliche Plätze mehr angeboten werden, als der Bereich Postplatz heute aufweist. Die Situation wird sich also verbessern.

Dem Kunden könne nicht zugemutet werden, in einer Tiefgarage zu parkieren, wird argumentiert. Dabei ist sie die weitaus komfortablere Lösung (regengeschützt, kein Suchverkehr). Es kann also nicht von einem Notstand gesprochen werden.

Dem Mangel, dass die Altstadt bald ohne Stadtverwaltung sein wird, kann nicht mit Parkplätzen begegnet werden, es gibt ja nichts Unattraktiveres als parkierte Autos. Packen wir die Chance: Verbessern wir die Qualität dieses Stadtteils! Der Postplatz als Übergang von Neu- zu Altstadt kann dazu den Auftakt bilden. Die Altstadt soll einladen, zu Fuss oder mit dem Velo besucht zu werden. Die Mehrzahl der Geschäfte verkaufen Produkte, die problemlos bis ins nächste Parkhaus getragen oder mit dem Fahrrad transportiert werden können.

Ein von parkierten Autos geräumter Postplatz bietet viele neue Möglichkeiten: Erweiterung des Marktes, Boulevardkaffees, Events. Zudem werden die geschichtsträchtigen Gebäude am unteren Postplatz endlich zur Geltung kommen. Stellen Sie sich vor: das Erdgeschoss des Kantonalen Verwaltungsgebäudes der bekannten Zuger Architekten Keiser und Bracher – ein Kaffeehaus mit Terrasse zum Platz.

Aber: Die bisher präsentierten Gestaltungsabsichten (Vorprojekt Mai 2017) vermögen noch nicht zu überzeugen. Da liegt mehr drin!

David Weber, Zug


Die Zahlen sind beachtlich: Zwischen Casino und Bundesplatz sind mehr als 1400 Gewerbebetriebe, Läden und Unternehmen aktiv. Die Zahl der Arbeitsplätze beläuft sich auf über 6000, davon sind 150 Ausbildungsplätze und Lehrstellen. Im Vergleich zur wirtschaftlichen Bedeutung dieses Gebiets, mutet die Zahl der 42 zu erhaltenden Parkplätze geradezu gering an. Für das Gewerbe und die Läden sind aber genau diese Parkplätze existenzsichernd. Fussgänger und Velofahrer machen nur einen kleinen Anteil der Kundschaft aus. Hauptsächlich sind es Autofahrer und Pendler, die in der Zuger Altstadt ihre Einkäufe und Erledigungen tätigen. Allerdings unter der Voraussetzung, dass auch weiterhin oberirdische Parkmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Die Altstadt muss für Autofahrer als Einkaufsort attraktiv bleiben, wenn die Ladenlokale nicht leerstehen sollen. Niemand wird die Berechtigung von Läden und Gewerbe in der Altstadt in Frage stellen. Im Gegenteil jeder wünscht sich eine lebendige Altstadt, in der Menschen flanieren, in den Läden ein- und ausgehen und in den Restaurants sitzen. Dieses Ziel hat die Initiative, über die wir am 10. Juni abstimmen. Im Namen des Zuger Gewerbes bitte ich Sie, ein klares Ja für die Zuger Altstadt und für den Erhalt von Arbeits- und Ausbildungsplätzen im Stadtkern in die Urne zu legen.

Roland Staerkle, Präsident Gewerbeverband Kanton Zug


Spontan oder schnell in einem Laden vorbei gehen – das geht nur, wenn man einen Parkplatz sieht und deshalb anhält. Das Gewerbe und die Läden in der Altstadt müssen an Kundenservice alles aufbieten, was ihnen zur Verfügung steht. Dazu gehören sichtbare Parkplätze in der nahen Umgebung. Wer zeitlich knapp dran ist und nur eine kurze Erledigung machen will, eine Kiste Wein abholen, etwas zum Grillieren einkaufen, die Schuhe zum Reparieren oder die Hemden in die Reinigung bringen will, fährt dazu nicht ins Parkhaus. Die Erfahrung der Ladenbesitzer zeigt, dass vielen Kunden die Zeit fehlt, um weiter weg zu parkieren und zu Fuss ein Geschäft in der Altstadt aufzusuchen. Wir dürfen nicht zulassen, dass Kunden aus diesem Grund auf Einkaufsmöglichkeiten ausserhalb der Altstadt ausweichen. So stirbt die lebendige Altstadt, was ich zutiefst bedauern würde. Deshalb: ein klares Ja zu Gewerbe und Läden in der Altstadt.

Chris Oeuvray FDP Zug, Zug


Viel ist schon geschrieben worden zum Thema Bebauungsplan. Fakt ist, wir haben eine andere Ausgangslage als 2008. Darum kann sich jede/r die folgende Frage stellen: Ist es so unerträglich schlimm, am unteren Postplatz die 50 Meter von Kiosk bis Regierungsgebäude zwischen parkierten Autos zurückzulegen, oder sind mir die 1400 betroffenen Betriebe mit ihren 6000 Beschäftigten wichtiger? Die Frage ist schnell beantwortet. Deshalb: Ja zu Gewerbe und Läden in der Altstadt!

Roman Küng, Zug

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