Leserbrief
Ablenkung oder echtes Glück

Niklaus Bayer, St. Gallen
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Drei Telekomanbieter wollen so schnell wie möglich die Schweiz mit einem neuen Mobilfunknetz überziehen. Das ultraschnelle Netz der fünften Generation «5G» ist dazu da, HD-Filme in Sekundenschnelle runterzuladen, schneller zu surfen und das selbstfahrende Auto zu ermöglichen. Um dies zu erreichen, wollen sie neue Wellen in jedes Haus, jedes Zimmer, jede Ecke des Landes schicken.

Und weil die dazu benutzten Hochfrequenzwellen materielle Hindernisse schlechter überwinden, braucht es ein Netz von Sendern in Abstand von 100 Metern über das ganze Land. Gegner dieser neuen Technik verweisen darauf, dass Hochfrequenzstrahlung (HF) dem biologischen Leben schadet und durch massiven oxidativen Stress Zivilisationskrankheiten wie Krebs, Herzerkrankungen und Diabetes fördert. Darum protestiert seit Jahren eine grosse Zahl von Ärzten auf der ganzen Welt. Und es geht nicht nur um uns Menschen, sondern auch um Tiere und Pflanzen, die unter noch mehr Dauerstress gesetzt werden.

Jetzt sagen die Kantone Genf und Waadt Stopp zu diesem Vorhaben, das in Zukunft keinem mehr ermöglicht, diesem Strahlenfeld zu entkommen. Einmal mehr stehen wir vor einer Entscheidung: Wollen wir eine weitere Technologie, die der Bequemlichkeit und der Zerstreuung dient und die unsern sogenannten Wohlstand über Wirtschaftswachstum erhöht? Oder wollen wir einstehen für das Wohlbefinden und tiefere Glück von uns Menschen, unsern Kindern und Grosskindern?

Ein Glück, das sich am Schönen, Guten und Wahren freut, am Sonnenaufgang und dem Gesang der Vögel, an sinnvoller Arbeit und schmackhaftem Essen, an schöner Musik und tiefer Begegnung, an echter Auseinandersetzung und dem gemeinsamen Finden von Lösungen? Ob wir dazu das Mobilfunknetz G5 mit all seinen Schattenseiten brauchen, wage ich zu bezweifeln.

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