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Kommentar

La Suisse orientale n’existe pas

Kaspar Enz
Kaspar Enz, Reporter der "Ostschweiz am Sonntag". (Bild: Ralph Ribi)

Kaspar Enz, Reporter der "Ostschweiz am Sonntag". (Bild: Ralph Ribi)

Die Ostschweiz hätte so viel zu bieten. Nur schafft sie es nicht, sich Gehör zu verschaffen. Dafür singt man untereinander immer dasselbe Lied: Den Politikern gelingt es weder, genügend Schnellzüge in den Osten zu holen, noch einen Bundesrat nach Bern zu schicken. Die exzellenten KMU kennt sonst niemand. Weder Innovationspark noch Expo kriegt man hin, immer liegt den Ostschweizern der Kantönligeist näher als das Wohl des grossen Ganzen, was an Podien immer wieder beklagt wird, bevor man vom Kanton Ostschweiz träumt.

Der schwebt auch manchen Touristikern vor. Eine Ferienregion von Untersee bis Vaduz könnte mit den Grossen mitspielen. Erst wenn man gross genug ist, wird man wahrgenommen. Nur wenn man zusammensteht, füllen die Asiaten die Hotelbetten. Zuletzt wollte das die St. Galler Regierung erreichen. Die kleinräumigen Strukturen im Ostschweizer Tourismus sollten bereinigt werden. Doch weder Thurgauer noch Appenzeller wollten mitmachen. Deshalb will der St. Galler Volkswirtschaftsdirektor Bruno Damann nun zumindest im eigenen Kanton mehr Koordination. Er steckt die Vertreter der vier Destinationen kurzerhand in einen Tourismusrat und zwingt sie so zur Kooperation: Wie das kantonale Fördergeld ausgegeben wird, sollen sie nun selber untereinander ausmachen.

Das Problem bleibt das Gleiche. Eine Tourismusstrategie für den ganzen Kanton aufzustellen, ist kaum möglich, dafür haben die Regionen zu wenig gemeinsam. Von Rapperswil aus fahren die Schiffe nach Zürich statt nach Romanshorn. Die dortige Tourismusorganisation ist deshalb längst kantonsübergreifend, wie auch das Heidiland. In der Stadt St. Gallen hingegen würde man gerne Säntis und Bodensee im Paket mit Textilstadt und Stiftsbibliothek verkaufen. Doch die Thurgauer Herren über das Seeufer fahren alleine fast so gut wie die Appenzeller, die dank Bier und Käse eine echte Marke sind. Die Ostschweiz hingegen ist keine. Ein gemeinsames Wahrzeichen fehlt ebenso wie die gemeinsame Identität. Und die können auch die besten Tourismusmarketing-Profis nicht herzaubern.

Das weiss auch Bruno Damann. Deshalb erhofft er sich vom Tourismusrat erst mal nur, dass man mit gemeinsamer Verwaltung oder IT etwas Geld spart. Dabei darf es auch bleiben. Die einzelnen Regionen wissen, was sie zu bieten haben. Hier ist es ein Weltkulturerbe, dort ein Wanderparadies oder der Himmel für Veloblueschtfährtli. Das macht die Ostschweiz nicht zu Interlaken oder Luzern. Sondern zu einem Sammelsurium an ganz hübschen Flecken. Damit müssen wir leben. Und wenn wir aufhören, darüber zu jammern, könnten wir das auch ganz gut.

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