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Kommentar

Zeitmessungs-Debakel in Crans-Montana: Die nächste Peinlichkeit der FIS

Kommentar zum Zeitmessungs-Chaos beim Ski-Weltcup in Crans-Montana
Claudio Zanini
Claudio Zanini

Claudio Zanini

Drei Tage nach der Weltcup-Abfahrt von Crans-Montana legt die FIS eine überarbeitete Rangliste vor. Hinter der Siegerin Sofia Goggia ist nun die Österreicherin Nicole Schmidhofer Zweite. Den dritten Rang belegt neu Corinne Suter. Das bedeutet: Joana Hählen und Lara Gut-Behrami fliegen vom Podest. Letztere erlebte ein besonderes Hin und Her. In einer offizialisierten Version der Rangliste rückte sie am Samstag – drei Stunden nach dem Rennen – auf Rang 3 vor, jetzt ist die Tessinerin nur noch Sechste.

Es ist ein perfektes Chaos, das die FIS mit der für die Zeitmessung verantwortlichen Firma Swiss Timing angerichtet hat. Da die Verbindungen zwischen den Installationen bei der Ziellinie und dem Zeitnehmerraum bei vier Schweizerinnen nicht funktionierten, wurde die Handzeitmessung massgebend. Sie läuft bei jedem von der FIS veranstalteten Rennen mit. Ein doppelter Boden, falls die Technik spinnt.

Dass die Verantwortlichen drei Tage nach dem Rennen kommunizieren, dass sie die bestimmte Marge von 13 Hundertstel irrtümlicherweise subtrahiert und nicht addiert hatten, ist an Peinlichkeit kaum zu überbieten. Man leistet sich damit ein unnötiges weiteres Kapitel in einer ohnehin schon leidigen Geschichte. Ein Kapitel, das leicht hätte verhindert werden können. Das schadet vor allem der Glaubwürdigkeit der FIS. Und es ist nicht so, dass der Ski-Weltverband in diesem Winter an seiner Reputation gearbeitet hätte. Die unbeholfenen Äusserungen des FIS-Präsidenten Gian Franco Kasper sind noch in frischer Erinnerung.

Das Chaos hilft auch dem Organisationskomitee von Crans-Montana nicht. Die Walliser mit ihrem forschen OK-Chef Marius Robyr, einem ehemaligen Brigadier, würden gerne auf ungünstige Publicity verzichten, denn sie haben Grosses vor. Künftig sollen drei statt wie bisher zwei Weltcup-Rennen durchgeführt werden. Und ausserdem bewirbt sich Crans-Montana für die Ski-WM 2025. Robyr sagte kürzlich, man würde sich auch für 2027 und 2029 bewerben, falls es nicht klappe.

Letztlich ist das Zeitmessungs-Chaos aber für die Fahrerinnen brutal. Etwa für Joana Hählen, deren Saison von mehr Tiefen als Höhen geprägt ist. Für die Bernerin löst sich der erste Weltcup-Podestplatz der Karriere nach drei Tagen wieder in Luft auf. Auch Corinne Suter dürfte Mühe haben, sich zu freuen, wenn ihr nun das erste Weltcup-Podium in den Schoss fällt. Womöglich wäre es das Beste, man würde die Resultate vollständig annulliert. Noch bevor die nächste revidierte Fassung der Rangliste erscheint.

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