Kommentar
Willkommen in einer neuen Welt

Es vergeht kein Tag ohne Hiobsbotschaft aus der Wirtschaft. Lohnreduktion hier, Entlassung da. Ein Kommentar zum starken Franken und seinen Konsequenzen.

Andreas Schaffner
Andreas Schaffner
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Notenbank-Gouverneur Belka: Mögliche Kreditraten-Kürzung (Archiv)

Notenbank-Gouverneur Belka: Mögliche Kreditraten-Kürzung (Archiv)

Keystone

Der starke Franken führt dazu, dass die Schweizer Firmen, von den Industriebetrieben über Detailhändler bis hin zu den Banken über die Bücher gehen müssen. Die Planungssicherheit ist dahin, nach dem abrupten Rückzieher der Nationalbank vom Mindestkurs Mitte Januar.

Man mag den Schritt der Notenbanker aus Bern aus ideologischer Warte kritisieren, man mag ihn für verfrüht und schlecht kommuniziert finden. Für die an sich gut aufgestellten Unternehmen ist jetzt entscheidend, dass sie möglichst rasch handeln können. Das Schlimmste wäre, wenn monatelang hin- und herdiskutiert wird. Deshalb hat Straumann zu Recht früh kommuniziert. Reinen Tisch gemacht, klaren Wein eingeschenkt. Sparmassnahmen eingeleitet. Das Gleiche gilt von der Privatbank Julius Bär, die am Montag klargemacht hat, was die Konsequenzen sind: ein Stellenabbau in den nächsten Monaten. Andere werden ihnen in den nächsten Tagen folgen.

Noch ist der Standort Schweiz sehr gut aufgestellt, die Arbeitslosigkeit tief. Ein Währungsschock kann absorbiert werden. Das haben sich die Nationalbanker auch gesagt, als sie einer der gravierendsten Entscheide der letzten Jahrzehnte gefällt haben. Mit dem reinen Abbau ist es nicht getan. Nun sind aus der Wirtschaft auch positive Initiativen gefragt. Kreative Unternehmer. Nur so wird die Krise auch zur Chance.

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