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Kommentar

Schule im Wandel: Wie man wirklich von Erfahrung profitiert

Vor der Einführung des Lehrplans 21 kursierten veritable Untergangsszenarien für unsere Schulen im Allgemeinen und die Qualität des Unterrichts im Speziellen. Nun hat ihn die Mehrheit der Zentralschweizer Kantone umgesetzt – und bisher zeigt sich: Die Aufregung darüber war für die Besorgten wahrscheinlich gefährlicher als die angekündigten «Schäden» für die aktuellen Schülergenerationen.
Sasa Rasic
Sasa Rasic, Leiter «Zentralschweiz am Sonntag»

Sasa Rasic, Leiter «Zentralschweiz am Sonntag»

Als etwas negativ wird lediglich der Druck gewertet, den sich ein Teil der Lehrpersonen selbst auferlegt hat, um möglichst schnell auf das neue Regime zu wechseln. Die Suppe wird wieder einmal nicht so heiss gegessen, wie sie gekocht wird. Das hätte man sich denken können, wenn man den Leuten zuhört, die in der Sache wirklich etwas zu sagen haben. Die sich nach etlichen Jahren des Unterrichtens in die Pension verabschiedende Seklehrerin in Eschenbach Albie Sieger sagte gegenüber unserer Zeitung: «Ich verstehe den Lehrplan 21 nicht als Revolution.» Weiter verrät sie, dass die «Jugendlichen von heute nicht schwieriger» waren als jene, die sie als junge Lehrerin unterrichtet hat. Sie seien jedoch sicher offener, direkter und kommunikativer geworden – und hätten weniger Geduld als früher, so Sieger. In ihren Aussagen spürt man nichts von der sonst häufigen Schelte über die Unzulänglichkeiten der nachfolgenden Schülergenerationen.

Wenn man nicht nur allgemein akzeptierte Binsenweisheiten als Lippenbekenntnisse von sich geben will, sondern wirklich von Erfahrung profitieren will, muss man derart schwer verdientes Wissen anzapfen. Kinder müssen durch die Schule auf essenzielle Aspekte unserer Gesellschaft und des Berufslebens vorbereitet werden. Dies war in der Vergangenheit so, das wird auch in der Zukunft so sein. In den meisten Branchen messen wir unsere sehr erfahrenen Arbeitskollegen am Umgang mit den Arbeitsinstrumenten – dem konstant wechselnden «Wie» – und unterschätzen sie deswegen manchmal. Doch wenn man nach dem «Was» fragen würde, käme die Erkenntnis, dass es unter der Sonne doch nicht so viel wirklich Neues gibt. Und viel Druck eigentlich unnötig wäre – wenn man aktuelle Probleme richtig in einen Zeithorizont einordnen kann.

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