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Glosse

Wie aus «Teilen» eine Grossfahndung entsteht

Oder: Gut gemeint kommt oft doch nicht so gut. Denn unser Gutmenschendenken ist manchmal immer noch im Offline-Modus stecken geblieben.
Michael Graber

Im Wallis wurde wieder einmal ein Hund vermisst. Und wie immer, wenn man heutzutage etwas vermisst, teilt man seinen Verlust über Soziale Medien mit. Also «Hund XY vermisst in XY, Wallis» mit einem Foto des Hundes. Und da man auf Sozialen Medien hilfsbereit ist, teilt man diesen Beitrag, alle Freunde sind potenzielle Hundefinder. Wer besonders hilfsbereit ist, der schreibt unter den Eintrag noch, in welcher Region er ihn geteilt hat.

«Geteilt in Grächen» oder «Geteilt in Visp». Und so zieht der Hunde-Post seine Kreise. Er wird in der «Region Murtensee» geteilt, dann im «Dreiländereck», schliesslich auch noch in «Baden-Württemberg» und irgendwann mal sogar «auf Sylt». Auch Franzosen und Italiener beteiligen sich an der mittlerweile zur internationalen Grossfahndung ausgewucherten Hundesuche.

Und während an der Ostsee bereits Hundertschaften besorgter Bürger jeden Kieselstein umdrehen, ist Hund XY längst wieder bei seinen Besitzern daheim. Nach ein paar Tagen voller wilder Hundeschmusereien kommt ihnen dann auch noch in den Sinn, den Facebook-Eintrag zu aktualisieren. «Wir teilen euch freudig mit, dass unser Lumpi nach acht Stunden wieder heimgekehrt ist. Danke fürs rege Teilen.» Das Internet ist ein merkwürdiger Ort.

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