Verwaltungskosten bei Krankenkassen: Weniger ist mehr

Für faire Prämien sollen auch die Krankenkassen sparsamer werden.

Anna Wanner
Drucken
Teilen
Anna Wanner

Anna Wanner

Fairerweise die Erfolgsmeldung zuerst: Die Krankenversicherer geben verhältnismässig weniger Geld für Werbung, Makler und Löhne aus als noch vor 20 Jahren. Damals waren es 7,6 Prozent der Ausgaben, heute sind es 4,8. So fliesst mehr Geld dahin, wofür es bestimmt ist: in medizinische Leistungen. Die Rechnung hat aber einen Haken. Da das Prämienvolumen jährlich steigt, wuchs der Verwaltungsaufwand mit: 2017 waren es 1,7 Milliarden Franken für die Grundversicherung.

Interessanterweise variiert die Effizienz der Kassen stark. Kleine Versicherer wenden weniger als hundert Franken pro Kunde und Jahr für die Verwaltung auf, andere fast 300 Franken. Kleinere administrieren hauptsächlich. Grössere haben oft ein anderes Selbstverständnis. Sie investieren Geld in Grundlagenarbeit und Politik.

Und trotzdem ist angesichts der Unterschiede nicht von der Hand zu weisen, dass bei den Verwaltungskosten ein grosses Sparpotenzial liegt. Es würde den Krankenkassen gut anstehen, Provisionen für unliebsame Makler und Vergleichsdienste ersatzlos zu streichen: Der Bund bietet den Prämienvergleich kostenlos an. Auch die übermässige Werbung nervt mehr, als dass sie nützt. Für faire Prämien sollen auch Versicherer sparsamer mit dem Geld umgehen.