SBB-Frust
Wahre Integration fängt mit Ärger an

Laut einer sozialwissenschaftlichen Theorie gibt es einen Zusammenhang zwischen der Identifikation mit einer Gesellschaft und dem Ausmass der Abneigung gegen den öffentlichen Verkehr im Land.

Fabian Hock
Fabian Hock
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Pendler reisen am Abend in einem Zug S-Bahn der SBB (Symbolbild)

Pendler reisen am Abend in einem Zug S-Bahn der SBB (Symbolbild)

Kurz: Je grösser der Ärger über die SBB, desto helvetischer der Passagier.

Ok, ich gebe es zu: die Theorie ist nicht wissenschaftlich. Ich habe sie erfunden. Gerade eben. Trotzdem stimmt sie! Vor einem halben Jahr kam ich in die Schweiz. Alle meckerten über die Bahn, ich aber freute mich so sehr, dass ich sofort mein Auto gegen ein GA tauschte. Jetzt pendle ich täglich und es ist die Hölle. Regelmässig stapfe ich durch den Aarauer Regen in die Redaktion, weil der Zug Verspätung hat. Mein Ärger wächst mit jedem Regentag.

Ein Blick in den Norden reicht allerdings, um mich wieder ganz deutsch zu fühlen: Dort wird eine Woche lang die Bahn bestreikt. Allein beim Gedanken daran balle ich die Faust. Die SBB müssen sich also noch ins Zeug legen, um aus mir einen ordentlichen Schweizer zu machen. Jedoch kann ich sagen: die Richtung stimmt schon mal!

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