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Kommentar

Vorsicht ist nicht wirtschaftsfeindlich

Um sich vor allzu gierigen Käufern aus China zu schützen kommt bei Unternehmen in Deutschland das Thema Investitionskontrollen auf. Die Unkenrufe um die Beschneidung der Wirtschaftsfreiheit sind fehl am Platz - das Instrument ist als Notbremse zu sehen.
Sasa Rasic

Die Handelskonflikte in der Weltwirtschaft spitzen sich zu – wie etwa der aktutelle Dreikampf zwischen USA, EU und China zeigt. Da überrascht es nicht, dass die eine oder andere Meinung angepasst wird. Ein Beispiel dafür liefert der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). In einem Positionspapier werden von der Organisation verschärfte Investitionskontrollen für chinesische Unternehmen gefordert, die im EU-Raum dazukaufen wollen (siehe Seite 8).

Dies stellt eine deutliche Abkehr von der von Deutschland bisher vorgelebten Kapitalverkehrsfreiheit dar. Offensichtlich ist nicht allen Kräften in der global sehr verflochtenen Volkswirtschaft wohl. Immerhin sind laut dem Beratungsunternehmen EY chinesische Firmen im Jahr 2017 für 13,7 Milliarden US-Dollar bei deutschen Unternehmen auf Einkaufstour gegangen. In der Schweiz sorgte vor drei Jahren der Verkauf von Syngenta an ChemChina für 43 Milliarden Dollar für Aufsehen. Später schürte das chinesische Konglomerat HNA hierzulande Misstrauen. Mittlerweile ist auch bei uns eine Diskussion um Investitionskontrollen in Gang.

Man mag einwenden, dass in der hoch globalisierten Wirtschaft auch hinter vielen als Traditionsfirmen wahrgenommenen Konzernen in erster Linie auch nur gesichtslose Fonds stehen, die über die Welt verteilt sind. Falls Chinas Interessen rein wirtschaftlich wären, könnte das Problem weniger prioritär behandelt werden. Doch das chinesische Streben ist mit handfesten, geopolitischen Zielen verbunden. Oder anders gesagt: Wann haben Sie das letzte Mal von einer Übernahme einer chinesischen Firma durch eine ausländische gehört? Vorsichtig mit dem Tafelsilber umgehen zu wollen, kann nicht pauschal als wirtschaftsfeindlich abgestempelt werden. Ein Instrument zum Schutz in der Not zu haben, ist vernünftig. Wann es richtig eingesetzt wird, eine andere Frage. Falls die Schweiz Ölfelder hätte, würden ausländische Investitionen in diese peinlich genau kontrolliert. Nur weil unser wichtigster Rohstoff nicht materiell ist, sondern Know-how und innovative Lösungen darstellt, sollte man nicht leichtfertig damit umgehen. Die Dominanz Chinas in der Weltwirtschaft ist nicht aufzuhalten. Sich jedoch einfach möglichst teuer verkaufen zu wollen, kann kaum die einzige Lösung sein.

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