Kommentar

USA-Einreisestopp: Kolossaler Schaden für Swiss und Co.

Die Aussichten für die Luftfahrtbranche werden immer düsterer. Der Einreise-Bann von Donald Trump, der ganz Europa ausser Grossbritannien umfasst, trifft auch die Swiss ins Mark.

Benjamin Weinmann
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Benjamin Weinmann

Benjamin Weinmann

Bereits als die Lufthansa und die Swiss vergangene Woche ankündigten, bis zu 50 Prozent ihrer Kapazitäten zu senken, war der Schock gross. Betroffen waren insbesondere innereuropäische Flüge und jene nach Asien.

Doch nun dies: Die USA verhängen einen Einreisestopp für Europa. Bereits am Dienstag, an der Pressekonferenz des Flughafens Zürich, war die grosse Anspannung diesbezüglich zu spüren. „Ich will mir gar nicht vorstellen, was passiert, wenn die USA die Einreise verschärfen“, sagte ein Manager. Denn während auf den Flügen Richtung Osten ein scharfer Preiskampf mit Airlines wie Emirates, Cathay oder Etihad tobt, und in Europa zu Dumpingpreisen umhergeflogen wird, gelten die Flüge nach New York, Chicago oder San Francisco als Destinationen, wo die Margen deutlich grösser sind.

Die Swiss verliert derzeit Unmengen von Geld, gleichzeitig bleiben die Kosten hoch. Die Rekordgewinne, die sie in den letzten Jahren eingeflogen haben, dürften zu Beginn der Corona-Krise zwar für etwas Ruhe gesorgt haben. Mit der knallharten Massnahme von Donald Trump verschärft sich die Situation aber auch für die erfolgsverwöhnte Lufthansa-Tochter massiv. Der Schaden wird kolossal.

Ein Einstellungsstopp wurde bereits verhängt. Das wird nicht mehr ausreichen angesichts der unsicheren Weiterentwicklung. Kurzarbeit wird für die Swiss zum Thema. Kurzfristig. Und wenn das Virus nicht unter Kontrolle gebracht werden kann ist mittelfristig ein Stellenabbau unumgänglich. Und langfristig? Man will es sich nicht ausmalen.

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