Polemik
Tierliebe: Alles fürs Baby mit Fell

Wir konnten nicht in den Urlaub fahren. Besser gesagt zwei Stunden später, aber das ist nachts um vier Uhr sehr mühsam. Grund? Die Katz.

Alexandra Fitz
Alexandra Fitz
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Der Hund als Kinderersatz.

Der Hund als Kinderersatz.

Keystone

Sie kam nicht rechtzeitig heim. Ob die mit in den Urlaub fährt? Klar. Ob man sie nicht für die Nacht der Abfahrt im Haus halten kann? Nein. Zu starke Freiheitsberaubung. Dann, endlich im Auto mit der Katz im Sack, die klare Ansage: Bitte leise sprechen! Schliesslich hat sich das Vieh die ganze Nacht um die Ohren geschlagen und muss jetzt schlafen. Armes Tier.

Arm ist auch der Mensch, der sein Tier als Kindersatz missbraucht, in Babysprache mit ihm kommuniziert und mit seinem Verhalten sein Umfeld tierisch nervt. Der seinen Hund wie ein Kind oder einen Partner liebt, bekocht, beschenkt, ja gar tauft. Ihn in die Hundetagesstätte und zur Wassergymnastik schickt. Ihm Herzschrittmacher und Hodenimplantate einsetzt. Und für die «ewigi Liebi» seine Überreste in eine Tischurne schüttet. Ich bin tierlieber als das ganze Team von Gut Aiderbichl, aber es gibt Grenzen. Und zu wenig Tierbesitzer, die sich fragen: Ist das noch artgerecht? Habe ich überhaupt noch einen Realitätsbezug? Fragt doch euren Hund!