Roaming-Tarife
Telekom-Anbieter senken Preise viel zu wenig

Beim Thema Roaming verhalten sich die Schweizer Telekom-Anbieter wie bei der Salamitaktik. Seit Jahren senken sie – scheinbar freiwillig – die Preise, wie jetzt der zweitgrösste Schweizer Anbieter Sunrise, der es Orange und Swisscom gleichtut.

Fabian Hock
Fabian Hock
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Roaming-Gebühren.

Roaming-Gebühren.

Juri Junkov

Wenn Politiker oder Wirtschaftschefs in Skandale verstrickt sind, greifen sie häufig zur «Salamitaktik»: Immer nur so viel zugeben, wie bereits bekannt ist. Scheibe für Scheibe, bis die Salami aufgebraucht ist.

Beim Thema Roaming verhalten sich die Schweizer Telekom-Anbieter ähnlich. Seit Jahren senken sie – scheinbar freiwillig – die Preise, wie jetzt der zweitgrösste Schweizer Anbieter Sunrise, der es Orange und Swisscom gleichtut.

Hinter den Preissenkungen steckt jedoch weniger der freie Wille der Unternehmen als vielmehr politischer Druck. Denn nichts fürchten die Anbieter mehr als staatliche Regulierung. Deshalb fallen die Preise auch nur gerade so stark, dass der Gesetzgeber zufriedengestellt ist – Scheibchen für Scheibchen – und nicht so stark, wie sie eigentlich fallen müssten.

Dabei ist Roaming schon ein eigenartiges Konstrukt: Die Anbieter verrechnen untereinander horrende Gebühren, die in keinem Verhältnis zu den tatsächlichen Kosten stehen. Leidtragende sind die Konsumenten, denn sie bezahlen viel mehr, als eigentlich nötig wäre.

Je länger der Salami-Modus aktiv ist, desto mehr Geld wandert von den Konsumenten zu den Anbietern. Aus freien Stücken werden sie deshalb auch nichts ändern. Vielmehr braucht es – leider – noch stärkeren Druck seitens der Politik. Nur so kann die Roaminggebühren-Salami in grösseren Stücken, und damit in absehbarer Zeit, komplett verspeist werden.

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