Polemik
SVP: am Totenbett des Feindbilds

In regelmässigen Abständen schiesst die SVP gegen die «Geldvernichtungsmaschine» SRG. Aber bei den Swiss Awards liessen es sich etliche Parteimitglieder gutgehen. Was soll das?

François Schmid-Bechtel
François Schmid-Bechtel
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Swiss Awards 2016, präsentiert von Christa Rigozzi.

Swiss Awards 2016, präsentiert von Christa Rigozzi.

Keystone

Es ist absurd: Ausgerechnet rot scheint die neue Lieblingsfarbe der SVP zu sein. Insbesondere, wenn es sich um Teppiche handelt.

Wer sich im Wahlkampf vornehmlich als Popstar in einem Propaganda-Video inszeniert, scheint der Scheinwelt eher zugeneigt als dem realen Leben.

Gleichwohl irritiert es, wenn die SVP ausgerechnet bei den Swiss Awards in Kompaniestärke aufmarschiert. Schliesslich gilt die SRG in SVP-Kreisen als links gesteuerte Geldvernichtungsmaschine. Und das Unterhaltungsprogramm des Schweizer Fernsehens sollte ersatzlos gestrichen werden.

Aber wenn eine dieser Unterhaltungssendungen wie die Swiss Awards den roten Teppich ausrollen, dann nichts wie hin. Selbst die dauerpolternde Jung-Marionette Erich Hess hat es sich bei den Swiss Awards vom vergangenen Samstag gut gehen lassen.

Oder haben es die SVPler einfach genossen, die letzten Zuckungen der Swiss Awards live mitzuerleben? Aber wenn es um Inhalte geht, wenn die SRG den Politikern die Möglichkeit bietet, sich mit den Fernseh- und Radiomachern im direkten Austausch auseinanderzusetzen – dann verschanzen sich die SVPler in ihrem Reduit.

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