Studiumwahl
Statt Karriere nur das Glück gewählt

Die neuen Uni-Gänger denken schon an übermorgen. 90 Prozent meiner Kollegen wählten ihr Studium nach diesen Faktoren: Status, Geld und Stabilität. Alles sagt: Vernünftig. Was, wenn man aber auf Neigung und Talent hört?

Calvin Stettler
Calvin Stettler
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Studienführer

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Keystone

Die Matura ist das Ticket für die Universität – und im Weiteren für die Realität. Sommer für Sommer sind junge Studentinnen und Studenten darum überfordert mit der Wahl des Fachs. Neigung und Talent stehen gegen Forderungen und Zumutungen der Realität.

Statt den Studienkatalog zu studieren, denkt die oft als «Elite von morgen» proklamierte, verzagte Schar schon an übermorgen. Nicht an die Universität, sondern an die Realität.

Sie denkt wie gewünscht: an Karriere, Status und Besitz. Wie bezahle ich mein Eigenheim? Wie finanziere ich den Herbst des Lebens? Solche Fragen treiben eine Generation um, deren Pubertät in einer Zeit vermeintlicher Unsicherheit und Unübersichtlichkeit lag. Nun wählt sie beim Studium die vermeintliche Sicherheit: Wirtschaft, Recht, Medizin.

90 Prozent meiner Kollegen wählten so. Sie sagen, Status, Geld und Stabilität seien richtunggebend bei einer solchen Wahl. Nicht eigene Passion.

Und alle Welt nickt: wie vernünftig! Eine Kollegin indes entschied sich für Archäologie.

Das alberne Ding: Sie hat das persönliche Glück, hat für vierzig Jahre Berufsleben dummerweise nur Berufung und Erfüllung gewählt.