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Kommentar

Stadtflucht

Die Stadt Luzern muss dafür sorgen, dass die Balance zwischen attraktivem Wohnraum für die Bevölkerung und den Standortbedingungen für Gewerbetreibende im Gleichgewicht bleibt. Sonst werden weitere Geschäfte aus der Stadt flüchten.
Jérôme Martinu, Chefredaktor
Chefredaktor Jérôme Martinu

Chefredaktor Jérôme Martinu

Man könnte es als normalen Fortgang der Dinge einordnen. Zwei Stadtluzerner Spezialgeschäfte für Orthopädieprodukte fusionieren und ziehen aus Platzgründen in die Agglomeration nach Kriens. So weit, so normal – wäre da nicht die fortdauernde Debatte um sich verschlechternde Bedingungen in der Innenstadt. Die beiden Luzerner Traditionsgeschäfte machen explizit Mangel an passenden Lokalitäten und Kundenparkplätzen geltend. Anzeichen für eine Art Stadtflucht?

Klar ist, dass es der Stadt Luzern insbesondere an grösseren Büroflächen fehlt, der Wegzug der Firma Mobility nach Rotkreuz ist das bekannteste Beispiel hierfür. Klar ist auch, dass die politische Linie den Individualverkehr im Zentrum mit Blick auf eine zu steigernde Wohn- und Lebensqualität sukzessive einschränken will. So sorgen beispielsweise in der Neustadt neue Verkehrsführungen und der Wegfall von über 80 Parkplätzen für wachsenden Unmut, wenn man sich bei den Geschäften umhört: «Die Verkehrs- und Parkplatzsituation macht uns sehr zu schaffen.» Der Weinhändler verzeichnet massive Einbussen im Ladenverkauf. Wo Kunden etwa gegen Abend noch zwei, drei Kartons kauften, «verkaufen wir nur noch einzelne Flaschen». Und auch im Delikatessen-Fachgeschäft sei der monatliche Umsatz teilweise um über 50 Prozent rückläufig.

Das sind Anzeichen dafür, dass die so wichtige Balance zu kippen droht. Das Gleichgewicht zwischen einem für Bewohner möglichst attraktiven urbanen Raum und den für Prosperität und Arbeitsplatzsicherheit so wichtigen Standortbedingungen für Gewerbetreibende und deren Kunden ist aber enorm wichtig. Hierfür muss eine Stadt einstehen. Und dies ganz unabhängig von politischen Mehrheitsverhältnissen.

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