Provokation
Spaltpilz Lombardi

Mehrere CVP-Parlamentarier sind sauer auf ihren Fraktionschef Filippo Lombardi. Der Tessiner sprach sich erneut für einen zweiten SVP-Bundesratssitz aus und damit für die Abwahl von Eveline Widmer-Schlumpf.

Stefan Schmid
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Filippo Lombardi

Filippo Lombardi

KEYSTONE

Man könnte es als simple Provokation durchgehen lassen. Doch CVP-Fraktionschef Filippo Lombardi ist ein Wiederholungstäter. Eveline Widmer-Schlumpf soll abtreten, der SVP stehe ein zweiter Sitz im Bundes-rat zu, fordert er ungeschminkt. Die Episode wäre kaum eine Schlagzeile wert, wenn sich dahinter nicht ein Machtkampf um die Ausrichtung der Partei verbergen würde. Vom Ausgang dieses Ringens hängt letztlich die Zusammensetzung der Landesregierung ab. Bleiben die Christdemokraten auf liberal-sozialem Mitte-Kurs, den sie seit 2007 und der Wahl von Widmer- Schlumpf fahren? Oder wechseln sie an die Seite von FDP und SVP?

Lombardis Powerplay ist primär persönlichen Ambitionen geschuldet. Der Tessiner Tausendsassa will dereinst gern selber Bundesrat werden – und biedert sich mit seinen Voten bei den Mitte-rechts-Parteien an. Doch die interne Verärgerung nimmt zu. Lombardi droht zum Spaltpilz für die ohnehin zerrissene Partei zu werden. Dabei hätte gerade der Fraktionschef eine Klammerfunktion. Wahrlich keine guten Voraussetzungen für einen Erfolg bei den Wahlen im Oktober.