Pfötli Blog
So freut sich die Katzen-WG über die Heimkehr ihrer Chefin

Mutzeli, Max und Moritz sind ganz aus dem Häuschen: Die Chefin kommt aus den Ferien zurück. Aber es dauert eine Weile, bis die drei Katzen sie endlich begrüssen können.

Dagmar Heuberger
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Max geniesst es, ausgiebig gestreichelt zu werden

Max geniesst es, ausgiebig gestreichelt zu werden

AZ

Sie ist wieder da! Kommt her, die Chefin ist aus den Ferien zurück!“ Der weiss-getigerte Kater Moritz macht seiner Fellzeichnung alle Ehre: Er tigert aufgeregt den Flur auf und ab, lauscht an der Wohnungstür.

„Sie ist da draussen. Sie redet mit der Vizechefin“, meldet er der grauen Katze Mutzeli und seinem Bruder Max. Der liegt mal wieder auf dem Kleiderschrank und brummt: „Wurde aber auch langsam Zeit, dass sie nach Hause kommt.“

"Warum? So lange war sie doch gar nicht weg“, mischt sich Mutzeli ein, die ihren Schlafplatz verlassen hat und nun ebenfalls vor der Wohnungstüre hockt.
„Lange genug“, sagt Moritz. „Ich finde auch, dass es Zeit ist, wenn sie heim kommt.“

„Och, der Mann von der Vizechefin hat doch gut für uns gesorgt. Ich mag ihn“, schnurrt Mutzeli.

„Ja, jetzt magst du ihn. Aber am Anfang hattest du Angst vor ihm. Hast dich immer versteckt, wenn er reinkam, um uns Futter zu geben“, spottet Max von seinem Aussichtspunkt her.

„Ich hab ihn halt noch nicht so gut gekannt“, murrt die Kleine. „Ihr beide kennt ihn schon länger. Ich bin eben noch jung.“

„Jedenfalls hat er uns immer genug Futter gegeben.“ Moritz schleckt sein Maul.

„Man siehts.“ Mutzeli schaut Moritz frech von der Seite an. „Du hast wieder zugenommen.“

„Ruhe!“ Moritz streift an der Wohnungstür entlang, streckt sich und beginnt an der Tür zu kratzen. „Warum kommt sie denn nicht rein? Warum schwatzt sie da draussen immer noch mit der Vizechefin? Hat sie uns vielleicht vergessen?“ Der grosse Kater ist etwas beunruhigt.

„Ach was, ist doch klar, dass sie mit ihr spricht. Die beiden waren schliesslich zusammen in den Ferien“, versucht Max seinen Bruder zu beruhigen.

Aber Moritz will sich nicht beruhigen. Immer heftiger kratzt er an Tür.

„Sie kommt bestimmt gleich.“ Auch Mutzeli nimmt es gelassen. „Aber ihr habt Recht. Es ist schon gut, wenn sie wieder zu Hause ist. Dann sind wir nicht mehr so viel allein.“

„Sehr oft ist die Chefin aber auch nicht daheim, wenn sie nicht in den Ferien ist“, korrigiert Max die kleine Graue. „Sie geht fast jeden Morgen weg und kommt erst spät abends wieder heim.“

„Ja, aber das ist, weil sie arbeiten muss“, erwidert Mutzeli.

„Behauptet sie.“ Max ist nicht überzeugt. „Wir wissen doch gar nicht, wo sie hingeht.“

„Doch. Ich weiss es. Sie arbeitet, damit sie Futter für uns kaufen kann“, verteidigt Mutzeli seine geliebte Chefin.

„So lange arbeiten für das bisschen Futter?“ Max zweifelt noch immer. „Immer wenn sie geht, sagt sie, sie komme nicht so spät nach Hause. Und dann ist sie doch zehn oder zwölf Stunden weg. Manchmal sogar noch länger.“

„Sie muss auch noch unsere Wohnung bezahlen. Die ist bestimmt nicht billig. Und ich glaube, sie hat auch einen ganz wichtigen, anspruchsvollen Job.“

„Jetzt seid mal still ihr beiden“, mischt Moritz sich ein. „Ich glaube, sie kommt.“

Die drei Katzen hören, wie ein Schlüssel ins Schloss gesteckt und gedreht wird. Die Tür öffnet sich.

„Jaaa, sie ist da!“ miauen die drei im Chor.

Moritz legt sich auf den uralten Teppich im Flur, dreht sich auf den Rücken, streckt alle Viere von sich und lässt sich den Bauch kraulen. Mutzeli veranstaltet vor Freude ein Rennen durch die ganze Wohnung. Nur Max lässt sich bitten. Ja, er ist ein wenig beleidigt, weil die Chefin ihn so lange alleine gelassen hat. Das zeigt er ihr jetzt, indem er sie zuerst einmal mit Nichtbeachtung straft. Doch er ist auch ein Geniesser. Wenn die Chefin sich später erschöpft aufs Sofa setzt, wird er auf ihren Schoss springen und ganz viele Streicheleinheiten bekommen. Wäre der Kater ein Mensch, er würde mit der Chefin mit einem Glas Wein auf ihre Rückkehr anstossen.