KPT-Urteil
Sie waren wohl zu gierig

Wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung sind der ehemalige Verwaltungsratspräsident und sein Vize zu Freiheitsstrafen von je drei Jahren verurteilt worden. Der Kommentar dazu.

Roman Seiler
Roman Seiler
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Drei Jahre Gefängnis, davon sechs Monate unbedingt für die Chefs der ehemaligen KPT-Krankenkasse Walter Bosch (rechts) und Bernhard Liechti.

Drei Jahre Gefängnis, davon sechs Monate unbedingt für die Chefs der ehemaligen KPT-Krankenkasse Walter Bosch (rechts) und Bernhard Liechti.

Keystone

Wer das Gerichtsverfahren in Bern gegen die KPT-Spitzenvertreter Walter Bosch und Bernhard Liechti verfolgt hat, griff sich an den Kopf.

Offenbar halten die beiden immer noch für richtig, sich einen ungerechtfertigten Aktiengewinn von mehr als 1600 Prozent und vertragswidrige Kompensationen von Gehaltsausfällen zuzuschanzen. Letztlich ging es um Prämiengelder aus der Zusatzversicherung.

Reue? Fehlanzeige. Sie seien von Anwälten falsch beraten worden. Damit tun sie so, als ob sie für die Hunderttausende von Franken, die sie bei der KPT bezogen haben, keine eigene Meinung haben müssten.

Und genau in dem Punkt hat insbesondere Walter Bosch versagt: Er war als ehemaliger BLICK-Chefredaktor und Werber der Kommunikationsspezialist. Er hätte wissen müssen, dass er damit nicht durchkommt. Schliesslich zählten er und Liechti selbst zu den grössten Profiteuren.

Warnungen gab es. Auch vor einem Entrüstungssturm, den die Ausschüttung von rund 60 Millionen Franken an Mitarbeiter, Geschäftsleitungs- und Verwaltgungsratsmitglieder auslösen könnte. Notabene gesetzeswidrig, wie nun festgestellt worden ist. Aber Bosch und Liechti waren halt wohl zu gierig.

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