Polemik
Securitas stecken dich in Plexiglas

Neulich kaufte ich einen Hotdog. Zwar an der entfernten Ecke eines Bahnhofs, aber ich glaubte nicht, mich damit verdächtig zu machen.

Max Dohner
Max Dohner
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Ab in den Wurstbereich mit dem Hotdog.

Ab in den Wurstbereich mit dem Hotdog.

Keystone

Einen Hotdog für sieben Stutz hielt ich für unverschämt, aber sonst für unproblematisch. Zwei Sicherheitsleute in der Nähe bezog ich keinesfalls auf mich, obwohl ich bemerkte, wie scharf sie mich ansahen.

Plötzlich standen sie neben mir, wie durch Raum und Zeit gesprungen. Sie fassten mich eisern an den Ellbogen, hoben mich an wie eine Wachspuppe, den Hotdog als Kerze in den verkrallten Händen. So trugen sie mich vor Gaffern zu einer Plexiglaskabine. Einer öffnete die Tür, der andere schubste mich rein und schloss ab. «Da bleiben Sie, bis Sie Ihre umweltbelastende Wurst gefressen haben», hörte ich sie durch Plexiglas sagen.

Ich hatte nicht gewusst, dass es neben Raucherbereichen neuerdings auch luftgefilterte Einmann-Röhren für Wurstesser gab. Als mein Hotdog vertilgt war, drückte ich auf den grünen Knopf. Die Securitas-Männer angelten mich raus, steckten mich aber noch für eine Woche in Quarantäne. Seither schlägt mir eine Maxime gewaltig auf den Magen: «Gesundheit – Garant unserer Sicherheit!»