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Kommentar

Serena Williams ist eine schlechte Verliererin

Statt sich auf das Spiel zu konzentrieren, zertrümmerte Tennis-Star Serena Williams ihren Schläger und beleidigte den Schiedsrichter. Unser Kommentar zum Frauen-Final des US Open.
Turi Bucher, Sportredaktor

Wohl jeder von uns hat das schon erlebt, insbesondere an einem Sportanlass, bei dem er höchst selber oder auch nur als engagierter Zuschauer involviert ist: Wer emotional aufgewühlt ist und seine Nerven nicht mehr unter Kontrolle hat, verkennt in der Regel zu seinem eigenen Schaden die Realität.

Die Amerikanerin Serena Williams erhielt im US-Open-Final zu Beginn des 2. Satzes eine Verwarnung, weil Schiedsrichter Carlos Ramos der Meinung gewesen war, sie sei unerlaubterweise mit Handzeichen aus ihrer Trainer-Box gecoacht worden. Einige Minuten später zertrümmerte Williams ihr Racket auf dem Boden, ganz offensichtlich auch frustriert auf Grund der überragenden Tennisdarbietung ihrer japanischen Gegnerin Naomi Osaka. Dies trug Williams die 2. Verwarnung beziehungsweise Osaka einen Gratis-Punkt ein. Statt sich auf das Spiel und ein sportliches Comeback in diesem zu konzentrieren, begann Williams den Schiedsrichter zu beleidigen, nannte diesen in einem Rückkommen auf die erste Verwarnung einen «Lügner» und einen «Dieb». Dem Schiedsrichter blieb somit gemäss Regelwerk nichts anderes übrig, als Williams mit der 3. Verwarnung zu bestrafen, welche Osaka das Gratis-Game das 5:3 einschenkte.

Was Williams in der Folge veranstaltete, war unerhört und am Rande der Hysterie angesiedelt, geriet richtiggehend zum «Serena-Gate». Sie wiegelte indirekt das Publikum auf, weil sie von Spielbeginn an wusste, dass die 24 000 Zuschauer wie eine Wand hinter ihr standen und sich den 24. Grand-Slam-Sieg ihrer Heroin wünschten. Sie desavouierte und diffamierte den Schiedsrichter, der sich praktisch aus dem Stadion schleichen musste und dessen Karriere mit diesem Final womöglich zu Ende gegangen ist. Und, als eigentlich blamabelster Akt, sie verminderte den grossartigen, hoch verdienten Sieg des Tennis-Teenagers Osaka mit ihrer unschönen Ego-Show.

Williams ist dabei eine Wiederholungstäterin. Schon zweimal hatte sie sich in New York daneben benommen. Im Halbfinal 2009 drohte sie einer Linienrichterin («Wenn ich könnte, würde ich verdammt noch mal diesen verdammten Ball in deine verdammte Gurgel stecken und dich umbringen ...»). Auch bei der Finalniederlage 2011 verlor sie die Nerven und stand kurz vor der Disqualifikation.

Dass Williams an diesem September-Samstag hinterher an der Pressekonferenz dem bedauernswerten Schiedsrichter Sexismus unterstellte, macht alles nur noch viel peinlicher. «Ich bin hier, um für Frauenrechte und Gleichberechtigung zu kämpfen. Dass er mir ein Game klaut, fühlt sich sexistisch an. Männern hat er für das Wort ‘Dieb’ noch nie ein Game abgezogen», sagte Williams.

Emotionale Aufwühlung ist das eine – sportliche Grösse das andere. Serena Williams hat im Verlaufe dieser Finalpartie stark an ihrem eigenen Denkmal gerüttelt und sich als ziemlich schlechte Verliererin präsentiert. Was die wahrscheinlich beste Tennisspielerin aller Zeiten im Final des US Open 2018 aufführte, war schlicht unwürdig.

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