Polemik
Scheiden, ach, scheiden tut nicht mehr weh

Scheiden ist mühsam - deshalb gibt es neu eine Agentur für Ehescheidungen. Betreute Trennungen gibt es ab 1500 Franken.

Anna Kardos
Anna Kardos
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Scheiden kann man jetzt «outsourcen».

Scheiden kann man jetzt «outsourcen».

Keystone

Seit letzter Woche kann man sich über eine baldige Scheidung freuen. Neu gibts nämlich eine Agentur für Ehescheidungen. Statt sich selbst um den Papierkram und eine neue Wohnung zu kümmern, kann man alles an die Agentur delegieren: Betreute Trennungen gibt es ab 1500 Franken.

Wer tiefer in die Tasche greifen will, kriegt das Scheidung-all-inklusive-Paket. Da wird die Wohnungssuche übernommen, Zügelmänner organisiert und die neue Bleibe mit Möbeln eingerichtet; Experten kümmerten sich um juristische Angelegenheiten und eine Psychologin ums Wohlergehen.

So macht Trennung Spass! Oder doch nicht? Nachdem man sich nämlich zwei Wochen lang mit hochgelegten Beinen auf der Couch hat scheiden lassen – vor sich die von der Agentur organisierte Jumbopackung Kleenex; und man vor lauter Nichtstun bereits 400 Mal beim Ex angerufen hat und 30 Mal zufällig durch seine Strasse gestreunt ist, wünscht man sich nur noch eines: Endlich etwas zu tun! Einen Anwalt/Zügelmann oder eine Putzfrau anzuschreien, einen Schrank fluchend zusammenzuschrauben und an seinen Standort zu rücken. Irgendwas!

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