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Schade, Giorgio Contini

Drei Monate war es ruhig beim FC St.Gallen. Nun aber hat es erneut geknallt. Die Ostschweizer trennen sich nach knapp einem Jahr per sofort von Trainer Giorgio Contini. Wieso eine Trennung unumgänglich war, schreibt Patricia Loher, Leiterin Sportredaktion, in ihrem Kommentar.
Patricia Loher

Die Ostschweizer trennen sich nach knapp einem Jahr per sofort von Trainer Giorgio Contini. Obwohl die Mannschaft in den vergangenen fünf Spielen viermal verloren hat, dürften nicht allein die Resultate für die Freistellung verantwortlich gewesen sein. Die Ostschweizer sind in der Super League noch immer auf Rang vier klassiert.

Es ereignete sich nach der 0:1-Niederlage im Heimspiel gegen Thun. Auf die Frage von Journalisten, ob seine Mannschaft in der ersten Halbzeit nicht etwas gar tief gestanden sei, entgegnete Contini: «Habt ihr mit Alain Sutter gesprochen?» Einmal mehr liess St.Gallens früherer Meisterstürmer durchblicken, wie wenig sich seine Fussballphilosophie mit den Vorstellungen des neuen Sportchefs decken. Während Contini noch nie dafür bekannt war, das Spektakel über das Resultat zu stellen, will die neue Vereinsleitung mutigen Fussball und packende Spiele sehen.

Nur so sei die Begeisterung für den FC St.Gallen in der Bevölkerung wieder zu wecken, sagen Präsident Matthias Hüppi und Sportchef Alain Sutter. Offensichtlich haben sich Contini, der Präsident und der Sportchef in dreieinhalb Monaten nicht auf einen Kompromiss einigen können. Die Folge: St.Gallen muss nach knapp einem Jahr wieder auf Trainersuche.

Überraschend ist es nicht, dass Contini in St.Gallen keine Zukunft hat. Schon im Januar, nach dem Amtsantritt von Sutter, hat es im Gebälk gekracht. Die neuen Verantwortlichen entzogen Contini mit Konditionstrainer Harry Körner, Nachwuchschef Marco Otero, Physiochef Benjamin Bubeck und Talentmanager Kristijan Djordjevic vier Vertrauensleute. St.Gallens neue Führung zerschlug damit eine Gruppe, die nach Macht strebte und die dem Spielerberater Donato Blasucci nahestand. Der einzige, der dem Trainer noch blieb, war Assistenzcoach Markus Hoffmann. Für Contini kam erschwerend hinzu, dass die Verantwortlichen von ihm verlangten, sich von Blasucci zu emanzipieren. Zudem holten sie den früheren Physiochef Simon Storm zurück, das Verhältnis zwischen Storm und Contini galt aber als gestört. Contini war bald einmal ein geschwächter Trainer. Sutter und Hüppi sprachen dem 44-jährigen Winterthurer im grossen Umbruch zwar immer wieder das Vertrauen aus – doch schliesslich gelang es den beiden Parteien nicht, sich entscheidend anzunähern.

Trotz des unrühmlichen Endes: Contini hat seit seinem Amtsantritt im vergangenen Mai gute Arbeit geleistet. Nach den erfolglosen Monaten unter Joe Zinnbauer stabilisierte der Trainer den FC St.Gallen, er hat die Entwicklung von jungen Spielern wie Jasper van der Werff oder Silvan Gönitzer forciert. In dieser Saison führte er das Team zwischenzeitlich bis auf den zweiten Rang, trotz der zuletzt negativen Resultate lebt der Traum, sich wieder einmal für den Europacup zu qualifizieren.

Contini hätte in St.Gallen eine gute Zukunft haben können. Aber es ist ihm nicht gelungen, sich mit der neuen Ausgangslage im Club zu arrangieren. Eine Trennung war unumgänglich.

patricia.loher@tagblatt.ch

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