Kolumne

Sankt Antonius, hilf beim Finden!

 

Yasmin Kunz
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Der Ring meiner Grossmutter ist mir heilig. Kürzlich, auf dem Nachhauseweg, realisierte ich, dass er nicht mehr am Finger steckt. Ich musste ihn auf dem Weg verloren haben. Panik breitete sich aus und ich startete sofort eine Nacht-und-Nebel-Aktion. Strecke: rund 1,5 Kilometer. Hin und her ganze 3 Kilometer. Das Prozedere wiederholte ich bis um Mitternacht, mit Taschenlampe. Erfolglos.

Am Tag danach nahm ich die Suchaktion erneut auf. Meine Kollegin riet mir, vorab den heiligen Antonius um Hilfe zu bitten. Er soll helfen, verlorene Dinge wiederzufinden. Also sagte ich mir: Was kann eine Bitte an ihn schon schaden? Die Wahrscheinlichkeit, das Erbstück zu finden, lag quasi bei null.

So legte ich – nach einem ernsten Wort mit Antonius – die Strecke am Folgetag weitere Male zurück. Meter um Meter. Kopf gesenkt. Links und rechts den Boden absuchend. Als ich die Hoffnung schon aufgegeben hatte, dieses Schmuckstück je wieder am Finger zu tragen, sah ich den Ring im Laub glitzern! – Danke, Antonius!