Polemik
Roche und der Chef-Lohn: Versteckspiel am Rheinknie

Wehe dem CEO mit dem höchsten Lohn. Er steht schnell mal als «Abzocker» da. Aktuell gilt meist Sergio Ermotti von der UBS mit seinen 14,3 Millionen Franken als Bezüger des höchsten Salärs im vergangenen Jahr.

Roman Seiler
Roman Seiler
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Severin Schwan, CEO von Roche, verdiente im Geschäftsjahr 2015 insgesamt 11,95 Millionen Franken. (Archiv)

Severin Schwan, CEO von Roche, verdiente im Geschäftsjahr 2015 insgesamt 11,95 Millionen Franken. (Archiv)

KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Das ist falsch. Denn die UBS verzichtet auf billige Tricks und legt die – zugegeben enorm hohen – Cheflöhne sauber offen. Ausgewiesen im Geschäftsbericht wird der Marktwert der Bezüge, die in Form von Wertschriften an die Top-Manager fliessen.

Am Rheinknie hingegen spielt man bei Roche weiter «Versteckis», wie das früher auch Novartis-Chef Daniel Vasella gemacht hat. Der Wert der Roche-Konzernchef Severin Schwan zugeteilten Wertschriften wird im Vergütungsbericht um 45 Prozent unter dem Marktwert ausgewiesen.

Begründet wird dies mit dem Hinweis, die Titel seien zehn Jahre gesperrt. Praktisch ist dies, weil so Severin Schwan nur auf Rang drei der aktuellen Lohnlisten erscheint. Dabei beläuft sich sein Lohn – richtig gerechnet – auf mehr als 15 Millionen Franken. Lohnmässig ist Severin Schwan die wahre Nummer 1.

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