Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Kommentar

Rechtsextreme Hipster

Nach einer Spende des mutmasslichen Attentäters von Christchurch an die österreichische «Identitäre Bewegung» prüft die Regierung die Auflösung der rechten Organisation. Das kündigte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Mittwoch nach dem Ministerrat an.
Dominik Weingartner
Dominik Weingartner.

Dominik Weingartner.

Sie sind jung, gut gebildet und modisch gekleidet: die Mitglieder der Identitären Bewegung. Die aus Frankreich stammende Organisation gibt sich als migrationskritische, intellektuelle Alternative zum vermeintlich linken Mainstream. Im deutschsprachigen Raum ist die Identitäre Bewegung vor allem in Österreich aktiv. Ihr Chef und Posterboy ist Martin Sellner, ein 30-jähriger Wiener Student. Sellner sorgte im vergangenen Sommer für Schlagzeilen, als er mit Gesinnungsleuten mit einem Schiff auf dem Mittelmeer herumkurvte, um Migranten an der Überfahrt nach Europa zu hindern.

Jetzt steht Sellner wieder im Rampenlicht, weil der rechts­extreme Terrorist, der in Neuseeland 50 Muslime massakriert hat, seiner Bewegung 1500 Euro überwiesen hat. Gestern hat der österreichische Kanzler Sebastian Kurz angekündigt, ein Verbot der Identitären Bewegung zu prüfen. Das ist bemerkenswert, weil Kurz’ Vizekanzler Heinz-Christian Strache von der FPÖ die Identitären noch 2016 als «parteiunabhängige nichtlinke Bürgerbewegung» bezeichnete – eine glatte Verharmlosung.

Experten stufen die Bewegung als rechtsextrem ein. Die Identitären pflegen eine völkische Ideologie, streben eine «kulturelle Reinhaltung» der west­lichen Gesellschaften an. Das zielt vor allem auf die muslimische Migration nach Europa. Mitglieder der Bewegung verbreiten auch die Verschwörungstheorie vom «Bevölkerungsaustausch», wonach die «angestammte» Bevölkerung Europas durch Muslime verdrängt werden soll. Es ist genau jene krude Ideologie, die den Terroristen von Christchurch angetrieben hat. Dass die Behörden die Identitären jetzt genauer unter die Lupe nehmen, ist darum zu begrüssen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.