Polemik
Quentin Tarantino ist ein Trötzli

Der US-Regisseur Quentin Tarantino drehte seinen neuen Film «The Hateful Eight» völlig veraltet, wie immer, analog.

Lorenzo Berardelli
Lorenzo Berardelli
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Quentin Tarantino - hier am Sonntag bei den Golden Globes - will in zehn Jahren mit dem Filmen aufhören (Archiv).

Quentin Tarantino - hier am Sonntag bei den Golden Globes - will in zehn Jahren mit dem Filmen aufhören (Archiv).

/EPA/PAUL BUCK

Aber dieses Mal wählte er nicht irgendein gestriges Format: Nein, es musste Ultra-Panavision-70 von vorvorgestern sein, das seit 1966 als ausgestorben gilt.

Das Spezielle daran: ein sehr, sehr, sehr breites und detailgetreues Bild. Aber ist es nicht arrogant, einen Film in einem Dinosaurier-Format zu drehen, das im Digitalzeitalter in den allermeisten Kinos überhaupt nicht abgespielt werden kann?

Wegen Quentins Narrenfreiheit pilgern Schweizer Filmverrückte nach Karlsruhe, um den Streifen im Original auf 70-mm-Film vorgeführt zu bekommen. Denn hierzulande ist nur eine Digitalfassung zu sehen, die Trötzli Quentin – des «unwürdigen» Formates wegen – um ein paar Minuten kürzte.

Doch nicht nur ihm, sondern auch Ascot Elite haben wir diesen Flop zu verdanken. Der unfähige Schweizer Filmverleih kriegt es nicht auf die Reihe, das monumentale Kino-Spektakel in die Schweiz zu holen.

Dabei verfügt die Kinemathek Lichtspiel in Bern über die dafür notwendige verstaubte Technik. Kurze Rede, lange Reise: Auf nach Karlsruhe!

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