Polemik
Provinzialismus in Basel

Pedro Lenz
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Pedro Lenz: «Fast in jeder Stadt der Welt müssen die meisten Menschen längere Arbeitswege in Kauf nehmen. Wieso soll es Basler Studentinnen und Studenten nicht zuzumuten sein, sich nach Liestal zu verschieben?» (Im Bild: Die Uni Basel)

Pedro Lenz: «Fast in jeder Stadt der Welt müssen die meisten Menschen längere Arbeitswege in Kauf nehmen. Wieso soll es Basler Studentinnen und Studenten nicht zuzumuten sein, sich nach Liestal zu verschieben?» (Im Bild: Die Uni Basel)

Keystone

Kaum wurde bekannt, dass die Uni Basel eine Auslagerung der juristischen und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät nach Liestal prüft, waren erste Klagen der Studentenschaft zu vernehmen. «Eine Umsetzung dieses Projektes würde die Studierenden übermässig belasten und den Standort der Universität massiv schwächen», teilt die Studentische Körperschaft der Universität Basel (Skuba) mit. Bei einem Umzug nach Liestal würde es schwierig werden, als attraktiver Standort für Studierende zu gelten, betont die Skuba.

Man braucht kein Antiintellektueller zu sein, um in dieser Haltung der Basler Studierenden eine ängstliche Spiessigkeit zu erkennen. Die Bahnfahrt von Basel nach Liestal dauert neun Minuten. Fast in jeder Stadt der Welt müssen die meisten Menschen längere Arbeitswege in Kauf nehmen. Wieso soll es Basler Studentinnen und Studenten nicht zuzumuten sein, sich nach Liestal zu verschieben? Jeder Kleinstädter geht klaglos in die Grossstadt, aber fast kein Grossstädter bewegt sich freiwillig in eine Kleinstadt. Das ist der Provinzialismus der Städter.

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