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Kommentar

Prävention muss sein

Die Fachstelle Extremismus und Gewaltprävention (FSEG) der Stadt Winterthur wird definitiv eingeführt. Grund dafür ist die Nachfrage nach Beratung und Wissensvermittlung sowie die positive Wirkung der Fachstelle.
Dominic Wirth
Dominic Wirth

Dominic Wirth

Am Anfang stand eine Krise. Als der Winterthurer Stadtrat vor gut zwei Jahren beschloss, dass es in seiner Stadt eine Extremismus-Fachstelle braucht, war der öffentliche Druck seit einiger Zeit gross; zuweilen war gar von einer «Dschihadisten-Hochburg» die Rede. Das lag an den Vorkommnissen in der An-Nur-Moschee, in der radikales Gedankengut verbreitet wurde und aus deren Umfeld mehrere Personen in den Dschihad reisten. Die Behörden zauderten und schwiegen monatelang. Dann schufen sie eine Fachstelle, um die Extremismus-Prävention zu stärken.

Die An-Nur-Moschee gibt es heute nicht mehr, sie hat ihre Türen im letzten Sommer geschlossen. Doch die Fachstelle will Winterthur behalten. Aus dem Provisorium, das vorerst bis Ende 2018 eingeführt worden war, soll etwas Dauerhaftes werden. Und das ist gut so. Wissensvermittlung, Beratung, Abklärung: Das klingt vielleicht wenig konkret. Doch solche niederschwelligen, lokalen Angebote sind unerlässlich. Denn sie bieten eine Anlaufstelle für Schulen, für Jugendarbeiter, für Eltern – also für jene, die als Erste spüren, wenn ein Leben aus der Bahn gerät.

Natürlich: Prävention ist kein Allheilmittel. Es braucht auch die geplanten Verschärfungen im strafrechtlichen und im polizeilich-präventiven Bereich. Doch diese Massnahmen sind im Gegensatz zur Präventionsarbeit nicht nur teuer, sondern in den Augen von Rechtsprofessoren auch rechtsstaatlich heikel. Deshalb sollten Kantone und grössere Städte, die das noch nicht getan haben, vorwärtsmachen und Anlaufstellen benennen – auch wenn das Thema Terror zuletzt etwas aus den Schlagzeilen verschwunden ist. Denn dauerhaft wird das leider kaum so sein.

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