Kommentar

Potenzial der Über-50-Jährigen ausschöpfen

Wirtschaftsredaktor Maurizio Minetti zum Fachkräftemangel in der Schweiz. 

Maurizio Minetti
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Wenn Hochkonjunktur herrscht, hört man sie wieder: die Klagen über den Fachkräftemangel. Informatiker, Ingenieurinnen, Treuhänder oder Elektriker sind in der Schweiz gefragt. In gewissen Branchen ist der Fachkräftemangel tatsächlich ein Problem. Und er dürfte sich weiter verschärfen.

Gleichzeitig finden aber viele Arbeiterinnen und Arbeiter über 50 keinen Job, obwohl sie über die nötigen Qualifikationen verfügen. Oder sie werden bei Beförderungen umgangen oder gar entlassen – Erfahrung hin oder her. In ihren Ohren klingt das Wehklagen der Unternehmen wie Hohn.

Für die älteren Generationen ist diese Entwicklung ein Segen. Sie müssen aber bereit sein, sich auf Umschulungen einzulassen.

Doch mittlerweile haben viele Unternehmen und Branchenverbände reagiert. Sie investieren wieder mehr in Weiterbildungen und haben erkannt, dass gerade erfahrene Angestellte über 50 einen enormen Erfahrungsschatz mitbringen, den es zu nutzen gilt. Für die älteren Generationen ist diese Entwicklung ein Segen. Sie müssen aber bereit sein, sich auf Umschulungen einzulassen. Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt müssen die Ü50 immer noch selber packen.

Alles halb so wild: Der Fachkräftemangel wird überschätzt

Das Fehlen qualifizierten Personals ist eine Herausforderung, aber ein weniger grosses Problem als allgemein angenommen. Die Firmen haben es zudem selber in der Hand, für Abhilfe zu sorgen. Eine wichtige Rolle spielen ältere Arbeitskräfte.
Thomas Griesser Kym