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Kommentar

Post & Concordia: Fragwürdige Kooperation

Gesundheitspolitiker haben wenig Freude: Die Post empfiehlt ihren Schalterkunden in einem Pilotprojekt Beratungsgespräche bei der Concordia.
Roman Schenkel
Roman Schenkel

Roman Schenkel

Vor wenigen Jahren entrümpelten die Poststellen ihr Angebot. Süssigkeiten, Staubsauger oder Hörgeräte wurden aus dem Sortiment entfernt. Die Post soll kein Gemischtwaren­laden sein, so der Tenor aus Politik und Kundschaft. Am Geschäft mit Drittprodukten hielt die Post aber fest. Aus nachvollziehbaren Gründen: Damit konnte das Unternehmen die rückläufigen Erträge aus dem traditionellen Postgeschäft teilweise kompensieren. Die Umsätze der Poststellen schmelzen im Internet-Zeitalter dahin wie Glace an der Sonne.

Die Post wollte sich bei den Drittprodukten aber fokussieren. Kern des Sortiments sollten Telekomprodukte oder Papeterieartikel bilden. Die Post setzte jedoch zunehmend aufs Vermitteln von Versicherungen. Wer seine Post zurückbehalten lässt, könnte eine Reiseversicherung benötigen, wer eine Adressänderung meldet, eine Hausratsversicherung, und wer eine Autobahnvignette kauft, eine Autoversicherung. Nun geht die Post noch einen Schritt weiter: In einem Versuch vermitteln die Postangestellten Beratungsgespräche für Concordia, eine der grösseren Krankenkassen.

Es ist zu hoffen, dass es bei diesem Test bleibt. Wo es bei den Sachversicherungen noch einen gewissen Anknüpfungspunkt gibt, fehlt er bei den Krankenkassen gänzlich. Hinzu kommt, dass der Staatsbetrieb mit nur einer Krankenkasse zusammenarbeitet. Im stark reglementierten Markt der obligatorischen Krankenversicherung ist das fragwürdig. Bei der Konkurrenz von Concordia dürfte die Kooperation für Ärger sorgen. Zu Recht: Wenn die Schweizerische Post hier einer Krankenkasse eine Plattform bietet, ist das wettbewerbsverzerrend. Von diesem Geschäft sollte die Post die Finger lassen.

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