Kommentar

Schweiz - EU: Das Streitthema Ernährung

Die Ernährung spielt eine immer grössere Rolle im Leben. Das macht
das Thema auch als politisches Pfand in Verhandlungen zwischen Staaten interessant.

Sasa Rasic
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Sasa Rasic

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Neben den Brexit-Wirren, in welche sich die EU und Grossbritannien immer tiefer begeben, gibt es bei diesem Thema für einmal auch gute Nachrichten. Zumindest für die Schweiz. Unabhängig des Härtegrads des EU-Austritts Grossbritanniens hat die Schweiz als erster Staat seine Post-Brexit-Beziehungen bereits geregelt. Wie es dazu gekommen ist, erzählt der Schweizer Botschafter in London Alexandre Fasel im Interview mit unserer Zeitung.

So beeindruckend die Leistung auch ist, sich auf diesen Lorbeeren auszuruhen, ist nicht angebracht. Doch was für die Briten der Brexit ist, wird für die Schweiz (wahrscheinlich) das geplante Rahmenabkommen mit der EU werden. Ein ständiges Seilziehen und Aus­loten der potenziell auszunutzenden, gegenseitigen Schwachstellen droht. Und das unter Staaten, die sich eigentlich als Partner ausgeben.

Ein solches Streitthema ist die Ernährung. Ein ewiger Disput ist, wie ungesund Salz in Lebensmitteln wirklich ist. Michael Beer, Lebensmittel-Experte beim Bund, weist zudem auf einen speziellen Aspekt im Rahmenabkommen hin. Derzeit profitiert die Schweiz von einem EU-Warnsystem bezüglich Lebensmittelsicherheit. Je nachdem wie hart die Verhandlungen werden, und wie pingelig die EU sein will, besteht hier ein Druckmittel. Die Schweiz müsste dann deutlich mehr Eigenaufwand bei Lebensmittelkontrollen leisten.

Das Thema Ernährung ist bezüglich seiner politischen Schlagkraft nicht zu unterschätzen. Diese Erfahrung haben wohl schon viele bei Debatten in ihrem privaten Umfeld gemacht. Viel mehr als wichtige, aber abstrakte und staatspolitische Konzepte wie Autonomie und Selbstbestimmung, beschäftigt einige Mitbürger die Selbstbestimmung über das, womit man den eigenen Magen füllt. Dies wird sich auch bei dem Aufreger-Thema im Nahrungsmittel­bereich zeigen: Den gentechnisch verän­derten Lebensmitteln. Nicht nur beim Rahmenabkommen wankt das bisherige Verständnis der EU für die eidgenössische Abwehrhaltung. Auch die USA werden das heisse Eisen beim in Aussicht gestellten Freihandelsabkommen definitiv auf den Verhandlungstisch bringen.

Ernährungsexperte der Bundes bleibt dabei: Salz ist ungesund

Salz- und Zuckergehalt von Brot, Wurst und Käse müssten langsam gesenkt werden, sagt der Mann, der beim Bund für Lebensmittel zuständig ist. Michael Beer erklärt, warum uns ohne Rahmenabkommen mit der EU Lebensmittelskandale drohen.
Interview: Eva Novak