Persönlich
Kreuzweg(e)

Balz Bruder
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Der Kreuzweg bei der Einsiedelei.

Der Kreuzweg bei der Einsiedelei.

Wagmann Wolfgang

Es ist so eine Sache mit den Kreuzwegen. Gerade jetzt, da wir das Leben zuweilen als Via dolorosa empfinden. Und nun also auch noch Ostern. Der höchste Feiertag im Kirchenjahr. Geprägt vom Leidensweg Jesu Christi. Ob das gut kommt? Bei all den Entbehrungen, die uns derzeit umgeben? Bei all den Einschränkungen, die wir empfinden? Nun, es ist immer eine Frage des Masses und der Relation. Verglichen mit anderen geht es uns hierzulande, den meisten jedenfalls, immer noch besser als vielen anderen, die in weniger privilegierten Gegenden auf dieser Welt zuhause sind. Trotzdem: Gemessen an den Freiheiten, die einmal waren, fühlen sich heute viele Menschen eingeschränkt. Nicht nur physisch, sondern auch psychisch.

Ehrlich gesagt: Mit dem Kreuzweg habe ich es in diesem Jahr nicht so (wie früher übrigens auch nicht). Mit der damit verbundenen Botschaft allerdings schon. Die Auferstehung und der Sieg über den Tod mit der Hoffnung auf das ewige Leben – das ist so zeitlos wie überwältigend.

Der ehemalige Sprecher des Bistums Chur, Giuseppe Gracia, hat so getwittert: Er zeigte das Bild einer Höhle mit einem Stein davor und schrieb dazu, das mit der Ausgangssperre zu Ostern habe «noch nie funktioniert». Im Fall des auferstandenen Gekreuzigten ist das die wahre Frohbotschaft.