Persönlich
Ein unnötiger Blick aufs Natel

Balz Bruder
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Das Handy ist ein ständiger Begleiter.

Das Handy ist ein ständiger Begleiter.

Bruno Kissling

Ich gebe es ungern zu, weil es noch ein paar wichtigere Dinge im Leben gibt: Die häufigsten Blicke auf mein Natel haben ihren Ursprung in der Neugierde nach den Wetteraussichten. Meine Erkenntnis dabei: Auch wenn die Meteorologen eklatante Prognosefortschritte gemacht haben, ist die Vorhersage von Gewittern eine Wissenschaft für sich geblieben.

Das wurde mir diese Woche bewusst, als mir die Wetter-App verhiess, es schütte im Moment derart, dass man nicht einmal seinen Hund an die frische Luft setzen würde. Was ich ohnehin nie tun würde. Der Blick aus dem Fenster lehrte mich jedoch: Alles im schönsten Sonnenschein. Also nichts wie raus!

Gut, an dräuenden Wolken fehlte es allenthalben nicht. Aber von Gewitterregen weit und breit keine Spur. Das sollte sich in der nächsten halben Stunde ändern: Als ich nach meinem Einkauf den Heimweg antreten wollte, erfasste mich ein Regenschauer ohnegleichen. Plitschnass kam ich zuhause an. Um verwundert festzustellen, dass mir die Wetter-App gerade beschied, draussen herrsche eitel Sonnenschein. Nun, ich nahm es nicht allzu tragisch und tröstete mich mit der Gewissheit, dass das Wetter immer so ist, wie es ist. Dabei braucht es, bei Gewitterlage zumal, keinen Blick aufs Natel.