Polemik
Ohne Schweiss kein Geld

Wenn Fitnessabos künftig aus der Grundversicherung bezahlt werden sollen, wie das der Schweizerische Fitnesscenter-Verband fordert, muss es klare Richtlinien geben. Denn «fitten» im Fitnesscenter wird oft falsch interpretiert.

Nadja Rohner
Nadja Rohner
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Im Januar wird im Fitnesscenter vermehrt in die Pedale getreten (Symbolbild).

Im Januar wird im Fitnesscenter vermehrt in die Pedale getreten (Symbolbild).

Sandra Ardizzone

Eine Volksinitiative des Schweizerischen Fitness- und Gesundheitscenter-Verbands will – ganz uneigennützig –, dass künftig Fitnessabos aus der Grundversicherung bezahlt werden. Fitnesstraining solle wie ein Medikament vom Arzt verschrieben werden.

Die Idee ist gut. Aber nur, wenn das Geld fürs Abo Ende Jahr rückerstattet wird. Und nur, wenn der Kunde mittels «Stempelkarte» nachweisen kann, dass er im Schnitt mindestens drei Stunden pro Woche trainiert hat – und nicht nur zwischen Silvester und Ende Februar wie viele der Anfänger, die sich derzeit noch in den Studios tummeln.

Für sie (und alle anderen) ein paar Fakten zum «fitten»: Wer die zwei Stockwerke zum Studio mit dem Lift überwindet, hat sie nicht mehr alle. Die Zeit, die man im Studio mit Selfie-Machen Posen vor dem Spiegel oder Quatschen am Handy verbringt, zählt nicht als Training. Nach einer Viertelstunde auf dem Laufband brauchts keinen Chemie-Proteinshake mit Carnitinmolke-Testosterontropfen, Mäuseplazenta und Schwarzeneggers Tränen. Und: Das Workout wird nicht effektiver, wenn man es via Social Media verkündet.

Viel Spass bei Ihrem neuen Hobby.

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