Kommentar

CVP-Kandidatinnen: Nur eine brächte Veränderungen

In vielem sind sich CVP-Bundesratswahlkandidatinnen Viola Amherd (Wallis) und Heidi Z’graggen (Uri) einig. Es gibt aber kleine Unterschiede.

Patrik Müller
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Patrik Müller.

Patrik Müller.

Mehr als zwei Monate sind vergangen, seit Johann Schneider-Ammann (FDP) und Doris Leuthard (CVP) ihren Rücktritt aus dem Bundesrat angekündigt haben. Nun geht die Phase des Schaulaufens zu Ende, am Mittwoch wählt die Bundesversammlung zwei neue Bundesratsmitglieder. Endlich – die Regierung wirkt zurzeit gelähmt. Wird sich daran etwas ändern, wenn zwei frische Kräfte ins Bundesratszimmer einziehen? Was den Drive angeht – hoffentlich. Und was die politische Richtung angeht?

Zumindest beim FDP-Sitz ist Konti­nuität angesagt. Ganz im Gegensatz zur letzten Vakanz, als der Mitte-rechts-Tessiner Ignazio Cassis den Mitte-links-Romand Didier Burkhalter ablöste. Die haushohe Favoritin, Karin Keller-Sutter, politisiert mehr oder weniger auf der Linie von Johann Schneider-Ammann. Anders präsentiert sich die Lage bei der CVP. Viola Amherd ist Favoritin, aber Heidi Z’graggen nicht chancenlos. Die beiden liegen politisch sehr nah beieinander.

Doch es gibt Nuancen: Nach allem, was Amherd in den vergangenen zwei Monaten gesagt hat, ist sie ein politischer Zwilling von Doris Leuthard. Z’graggen steht in der Europapolitik ein paar Millimeter rechts von Amherd, in der Migration ist der Unterschied noch etwas deutlicher. Weil die CVP oft das Zünglein an der Waage spielt, heisst das: Mit Z’graggen käme ein kleines bisschen Bewegung ins Gremium.