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Kommentar

Mobilisierung wird entscheiden im Rennen um die zwei Sitze im Regierungsrat

LZ-Chefredaktor Jérôme Martinu mit seinen Einschätzungen zu den Luzerner Regierungsratswahlen und einem Ausblick auf den zweiten Wahlgang.
Jérôme Martinu
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Drei von fünf Regierungssitzen sind bereits wieder besetzt. Die beiden CVPler vor FDP und SVP, die Kräfteverhältnisse im bürgerlich dominierten Kanton Luzern bleiben stabil. Uneingeschränkt freuen darf sich Fabian Peter (FDP), der als Neuling bereits in der ersten Runde die Wahl geschafft hat. Dass SVP-Sicherheitsdirektor Paul Winiker die Wiederwahl um knapp 700 Stimmen vorerst verpasst hat, ist vielmehr dem Zufall, als einem politischen Statement geschuldet. Und für den parteilosen, bürgerlichen Finanzdirektor Marcel Schwerzmann ist die Zusatzrunde nichts Neues. Er musste bisher stets in den zweiten Wahlgang.

Überraschender ist die Schlussrangliste mit Blick auf die Stimmenzahl: Hier liegen die beiden Linken Korintha Bärtsch (Grüne) und Jörg Meyer (SP) noch vor Schwerzmann. Mit ausschlaggebend für den Vorsprung von rund 3500 und 3000 Stimmen war insbesondere die Stadt: Schwerzmann hat hier bei insgesamt höherer Wahlbeteiligung rund 1300 Stimmen weniger geholt als noch 2015, während die linken Kandidaturen ein Plus von rund 3000 verbuchten. Das ist inhaltlich logisch: In Zeiten knapper Kassen zahlt der Finanzdirektor die Zeche für die zunehmend strittige Sparpolitik der Regierung. Zudem ist er als Parteiloser in der Exekutive die beliebteste rhetorische Zielscheibe für den Umstand, dass seit 2015 Frauen und Linke nicht mehr Teil der Regierung sind.

Werden die Linken am 19. Mai in die Regierung zurückkehren? Realistisch betrachtet bleiben die Chancen überschaubar. Der Umstand, dass auch Paul Winiker in die zweite Runde muss, wird Marcel Schwerzmann helfen. Denn das wird die Mobilisierung der Bürgerlichen stärken. Ebenso, dass mit der Luzerner Aufgaben- und Finanzreform 2018, dem nationalen Steuer-AHV-Paket und dem Waffenrecht über drei Sachvorlagen abgestimmt wird.

Wen schicken die Linken also in den zweiten Wahlgang? Der Entscheid von SP und Grünen darf mit grosser Spannung erwartet werden. Aus wahltaktischen Gründen ist – zwei offene Sitze hin oder her – ein linkes Einerticket nötig, um möglichst viel Stimmkraft zu bündeln. Zumal auch der Grünliberale Roland Fischer ein ordentliches Resultat gemacht hat. Korintha Bärtsch liegt knapp vor Jörg Meyer. Beide politisieren konsensorientiert. Auf den so wichtigen Frauenanteil setzen? Oder das bisherige Wahlverhalten der Luzernerinnen und Luzerner höher gewichten, wonach die SP immer klar stärker war als die Grünen?

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